Wirtschaftskrise Griechenland verspricht für 2014 wieder Wachstum

Ist das Ende der Rezession in Sicht? Die Regierung behauptet, das sei bald der Fall. Aber noch klafft ein großes Loch im Haushalt. Die Troika stopft es bisher nicht - ihre Gesandten reisen unzufrieden aus Athen ab.

Naht das Ende der jahrelangen Krise in Griechenland? Die Regierung ist optimistisch. Ihr zufolge wird die Wirtschaft 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Wie der stellvertretende Finanzminister Christos Staikouras sagte, seien zudem auch für dieses Jahr schon positive Signale erkennbar. Die griechische Wirtschaft werde um vier Prozent schrumpfen, zum Jahresanfang war noch ein Minus von 4,5 Prozent angenommen worden.

Das Land werde zudem Ende des Jahres einen sogenannten Primärüberschuss von 812 Millionen Euro erzielen - ohne die Zinszahlungen gerechnet steht also ein Plus im Staatshaushalt. Diese sind allerdings aufgrund des hohen Schuldenstands weiterhin enorm.

Staikouras legte dem Parlament in Athen am Donnerstag einen Haushaltsentwurf für 2014 vor, obwohl die Zustimmung der Notkreditgeber-Troika aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds noch nicht vorliegt. Der Haushalt könnte allerdings noch geändert werden, wenn die Gespräche mit den Geldgebern abgeschlossen seien, hieß es aus Kreisen des Finanzministeriums.

Die Troika hatte ihre Gespräche in Athen am Donnerstag unterbrochen. Es habe zwar "gute Fortschritte" gegeben, "einige Themen" seien jedoch noch offen, teilte die EU-Kommission mit. Brüssel ist also noch nicht zufrieden mit Athen und sieht einige Zusagen als noch nicht erfüllt. Die Troika wird Anfang Dezember wieder nach Athen reisen. Es geht um die Freigabe einer weiteren Tranche von einer Milliarde Euro Notkredite für das Land.

Ein Streitpunkt ist der Fehlbetrag für das kommende Jahr. Die Geldgeber beziffern das Loch im Budget nach neuesten Schätzungen auf bis zu 1,5 Milliarden Euro und fordern weitere Sparmaßnahmen. Die Regierung schätzt die Lücke dagegen nur auf 500 bis höchstens 800 Millionen Euro und geht davon aus, dass der Betrag durch Reformen und ein weiter verbessertes Eintreiben von Steuern eingesammelt werden kann.

Probleme gibt es auch mit den noch ausstehenden Privatisierungen und dem verlangten Personalabbau in der Verwaltung. Diese Differenzen werden nach Regierungsangaben in Athen auch im Mittelpunkt des Treffens von Regierungschef Antonis Samaras mit Bundeskanzlerin Angela Merkel an diesem Freitag in Berlin stehen.