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Wirtschaft kompakt:Gas-Abkommen zwischen Russland und China

Der russische Energiekonzern Gazprom hat ein weitreichendes Gas-Lieferabkommen mit China geschlossen. Von Ende 2015 an liefert das staatlich kontrollierte Unternehmen 30 Jahre lang jährlich 30 Milliarden Kubikmeter an die ebenfalls staatliche China Petroleum. Die Vereinbarung bildet den Auftakt für eine geplante engere Energie-Partnerschaft zwischen den beiden Nachbarländern. Die Volksrepublik wird dabei auch in die Gasförderung in Russland investieren und damit einen Teil der Export-Infrastruktur finanzieren.

Russland besitzt die größten Gasvorkommen der Welt. In ihrem Streit über den Preis für die vereinbarten Lieferungen kamen sich die beiden Regierungen dagegen nicht näher. Die Präsidenten Dmitri Medwedew und Hu Jintao vertagten eine Lösung auf das kommende Jahr. "Wir führen weiter Gespräche", sagte Igor Sachin, Russlands Vize-Regierungschef und Vorstandschef des russischen Ölkonzerns Rosneft, am Rande eines Treffens der Staatschefs in Peking. "Wir rechnen mit einem Abschluss der Verträge Mitte 2011."

Die Wirtschaftsmacht China will den Anteil von Gas an ihrem Energieverbrauch im kommenden Jahrzehnt verdoppeln, vor allem zu Lasten der klimaschädlichen Kohle. Russland wird vom kommenden Jahr an auch Öl an das energiehungrige Schwellenland liefern, und zwar über eine Pipeline von Ostsibirien an den Pazifischen Ozean. Medwedew nahm gemeinsam mit Hu an den Feiern zur Fertigstellung des chinesischen Teils der Pipeline teil. Russland will mit der Röhre bis zu den Ufern des Pazifiks zugleich neue Kunden wie Japan erschließen und auch seine Abhängigkeit von europäischen Abnehmern verringern.

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