Süddeutsche Zeitung

Wirtschaft kompakt:Neue Pille für einen neuen Markt

Bayer verspricht sich von einer neuen Antibabypille Umsätze von mehr als einer halben Milliarde Euro jährlich. Außerdem: BDI-Chef Keitel bleibt wohl weiter im Amt. Das Wichtigste in Kürze.

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer kann seine neue Verhütungspille Beyaz in den USA anbieten. Der Verkauf auf dem ersten globalen Markt soll voraussichtlich im Oktober beginnen, wie Bayer Schering Pharma nach der behördlichen Zulassung mitteilte. Auch für Europa ist eine Zulassung beantragt.

Von der Variante der Pille Yaz verspricht sich Bayer weltweite Umsätze von jährlich mehr als 500 Millionen Euro. Die Produktfamilie um die Pillen Yaz und Yasmin ist für den Konzern der wichtigste Pharma-Umsatzbringer mit Jahreserlösen von zuletzt 1,28 Milliarden Euro.

Frauenquote: Telekom zieht positive Bilanz

Sechs Monate nach der Einführung der Frauenquote hat die Deutsche Telekom eine positive Zwischenbilanz gezogen. Der Anteil von Frauen bei der Einstellung von Top-Nachwuchskräften habe sich seit Anfang 2010 von 33 auf 52 Prozent erhöht, berichtete der Konzern. Ihr Anteil in Management-Entwicklungsprogrammen sei seit 2009 von 18 auf 31 Prozent gestiegen.

Etwas langsamer geht der Vormarsch der Frauen allerdings im Top-Management voran. Im 60-köpfigen Management-Team unterhalb des Konzernvorstands, dem sogenannten Business Leader Team, sind seit März statt zwei insgesamt sechs Managerinnen vertreten. Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger betonte: "Unser erstes Etappenziel haben wir erreicht. Der Zug, den wir aufs Gleis gesetzt haben, rollt."

Gas-Abkommen zwischen Russland und China

Der russische Energiekonzern Gazprom hat ein weitreichendes Gas-Lieferabkommen mit China geschlossen. Von Ende 2015 an liefert das staatlich kontrollierte Unternehmen 30 Jahre lang jährlich 30 Milliarden Kubikmeter an die ebenfalls staatliche China Petroleum. Die Vereinbarung bildet den Auftakt für eine geplante engere Energie-Partnerschaft zwischen den beiden Nachbarländern. Die Volksrepublik wird dabei auch in die Gasförderung in Russland investieren und damit einen Teil der Export-Infrastruktur finanzieren.

Russland besitzt die größten Gasvorkommen der Welt. In ihrem Streit über den Preis für die vereinbarten Lieferungen kamen sich die beiden Regierungen dagegen nicht näher. Die Präsidenten Dmitri Medwedew und Hu Jintao vertagten eine Lösung auf das kommende Jahr. "Wir führen weiter Gespräche", sagte Igor Sachin, Russlands Vize-Regierungschef und Vorstandschef des russischen Ölkonzerns Rosneft, am Rande eines Treffens der Staatschefs in Peking. "Wir rechnen mit einem Abschluss der Verträge Mitte 2011."

Die Wirtschaftsmacht China will den Anteil von Gas an ihrem Energieverbrauch im kommenden Jahrzehnt verdoppeln, vor allem zu Lasten der klimaschädlichen Kohle. Russland wird vom kommenden Jahr an auch Öl an das energiehungrige Schwellenland liefern, und zwar über eine Pipeline von Ostsibirien an den Pazifischen Ozean. Medwedew nahm gemeinsam mit Hu an den Feiern zur Fertigstellung des chinesischen Teils der Pipeline teil. Russland will mit der Röhre bis zu den Ufern des Pazifiks zugleich neue Kunden wie Japan erschließen und auch seine Abhängigkeit von europäischen Abnehmern verringern.

BDI-Chef keitel vor weiterer Amtszeit

Hans-Peter Keitel, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), strebt eine zweite Amtszeit an. Wie ein Sprecher sagte, baten ihn Verbands-Präsidium und -Vorstand einstimmig zu verlängern. Ende November will die BDI-Mitgliederversammlung über die Personalie entscheiden. Die Amtszeit des BDI-Präsidenten beträgt zwei Jahre und kann normalerweise einmal verlängert werden.

Keitel kommt aus der Baubranche. Der promovierte Ingenieur war von 1992 bis 2007 Chef des Baukonzerns Hochtief. 2005 wurde Keitel Präsident des Hauptverbandes der deutschen Bauindustrie.

Bestens informiert mit SZ Plus – 14 Tage kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.1005028
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
sueddeutsche.de/dpa/Reuters/aum/hgn
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.