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Wirtschaft kompakt:VW und Porsche: Schwierige Hochzeit

Die für kommendes Jahr vereinbarte Verschmelzung der Autohersteller VW und Porsche kommt womöglich später als geplant. Grund seien Schadenersatzklagen in den USA und Deutschland sowie unklare rechtliche und steuerliche Fragen, teilte Porsche mit.

Grund für eine Verzögerung könnten die noch immer schwelenden juristischen Auseinandersetzungen in den USA und Deutschland nach der verlorenen Übernahmeschlacht mit VW sein. Investmentfonds in den USA streben Milliarden-Dollar-Schadenersatz an, weil sie Falschinformationen vermuten.

"Aus diesem Grund könnte sich die angestrebte Verschmelzung verzögern", räumte VW-Konzernchef Martin Winterkorn, der auch die Porsche-Obergesellschaft Porsche SE führt, auf der Bilanzpressekonferenz ein. Sie bleibe aber "erklärtes Ziel" beider Unternehmen. Der im Jahr 2009 vereinbarte Zusammenschluss beider Unternehmen könne gegebenenfalls auch über eine höhere Beteiligung von VW an der Porsche Zwischenholding vollzogen werden.

Auch Porsche-SE-Finanzchef Hans Dieter Pötsch sagte, der Zeitplan für die bis Ende 2011 geplante Verschmelzung sei möglicherweise nicht zu halten. "Der Hauptgrund für meine Zurückhaltung liegt darin, dass die vorzunehmende rechtliche und steuerliche Prüfung der komplexen Transaktion noch nicht abgeschlossen ist", sagte der Manager.

Vor der Verschmelzung mit VW muss die hochverschuldete Porsche SE zudem noch ihr Kapital erhöhen, um die Schulden zurückzuführen. Diese Kapitalspritze um bis zu fünf Milliarden Euro soll im ersten Halbjahr kommenden Jahres durch die Stamm- und Vorzugsaktionäre erfolgen. Ende Juni 2011 wird eine Kreditlinie der Porsche SE in Höhe von 2,5 Milliarden Euro fällig.

Die Banken hätten sich jedoch bereit erklärt, den Fälligkeitstermin um bis zu vier Monate zu verlängern, sagte Pötsch, der auch bei VW die Finanzen führt. Porsche hält knapp 51 Prozent der Stimmrechte an VW, der Wolfsburger Konzern wiederum ist mit 49,9 Prozent am Fahrzeuggeschäft von Porsche beteiligt.

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