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Wirtschaft kompakt:RWE: Kurseinbruch trotz Rekordgewinn

Für den Energiekonzern RWE war das Jahr 2010 das erfolgreichste der Firmengeschichte. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um etwa 12 Prozent zu auf 53,3 Milliarden Euro, wie RWE am Donnerstag in Essen mitteilte. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag mit 10,3 Milliarden Euro ebenfalls knapp 12 Prozent über dem Vorjahreswert.

Allerdings verschlechterte sich das Nettoergebnis um 7,4 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro, und auch für die Zukunft sind die Erwartungen gedämpft: Für 2011 prognostiziert RWE einen Gewinnrückgang um etwa 15 Prozent. Grund seien zusätzliche Belastungen am Energiemarkt, wie die Steuer auf Kernbrennstoffe. Um den erwarteten Anstieg des Verschuldungsfaktors zu kompensieren, plant der Konzern Verkäufe von Beteiligungen und Unternehmensteilen in Höhe von bis zu acht Milliarden Euro. Auch bei der Modernsierung des Kraftwerkbestands soll gespart werden, statt ursprünglich geplanten 21 Milliarden sollen nur noch 18 Milliarden investiert werden. Derzeit ist RWE netto mit fast 29 Milliarden Euro verschuldet.

Im Jahr 2013, wenn RWE die Verschmutzungsrechte erstmals komplett ersteigern muss, soll das betriebliche Ergebnis nur noch bei 5 Milliarden Euro liegen, etwa die Hälfte des aktuellen Werts. Für das nachhaltige Nettoergebnis erwartet RWE einen Wert von ca. 2 Mrd. Euro. Die geplanten Verkäufe sind darin bereits berücksichtigt. Die Aussicht auf fallende Gewinne ließ den Kurs von RWE einbrechen: Die Aktien des Versorgers fielen nach der Vorlage der Bilanz um 5,6 Prozent.

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