bedeckt München 20°

Wachsender Textilriese Zara:Mit dem Erfolg wächst auch Kritik

1985 gründete Ortega Inditex, zu dem neben Zara auch Ketten wie Bershka oder Massimo Dutti gehören. Die Produktion der Zara-Kleidung hielt Ortega zunächst in Spanien und Portugal. In den folgenden Jahrzehnten eröffneten Tausende Läden weltweit - und viele der Produktionsstätten wanderten nach Asien.

In seiner Heimat genießt Inditex einen guten Ruf. Ortegas damalige Frau Rosalia Mera solidarisierte sich im Mai 2011 sogar mit den "Empörten", die gegen die radikalen Sozialkürzungen in Spanien aufbegehrten.

Sklavenähnliche Bedingungen in Brasilien, Fabrikbrand in Bangladesch

So traumhaft sich Ortegas Aufstieg liest - mit der Expansion von Zara wuchs auch die Kritik an seinem Konzern. Denn billig kann eine Kette nur sein, wenn sie unter entsprechenden Bedingungen herstellen lässt. Bereits vor zwölf Jahren veröffentlichte die Menschenrechtsorganisation Clean Clothes Campaign eine Studie, der zufolge Näherinnen in Marokko schlecht bezahlt und misshandelt wurden. Inditex reagierte und kündigte Verträge mit den Zulieferern.

Doch die Kritik wiederholte sich, als 2011 bekannt wurde, dass in Brasilien Arbeiter unter sklavenähnlichen Bedingungen für Zara herstellten. Der Konzern zahlte daraufhin 1,4 Millionen Euro an soziale Initiativen und wurde von Brasilien aufgefordert, seine Zulieferer strenger zu überprüfen. Der Name Zara fiel außerdem, als Ende 2012 in Bangladesch 120 Menschen bei einem Fabrikbrand ums Leben kamen. Inditex kündigte auch hier die Zusammenarbeit mit zwei Lieferfirmen. Die britische Unterorganisation von Clean Clothes Campaign betont allerdings, dass Inditex als einzige Firma das "framework agreement" abgeschlossen habe, und damit die Gewerkschaften in der Zuliefererkette stärke. Außerdem hat sich Inditex verpflichtet, keine usbekische Baumwolle zu verarbeiten, weil diese Menschenrechtsorganisationen zufolge unter Zwangs- und Kinderarbeit gewonnen wird.

Nach eigenen Angaben hat Inditex 2012 mehr als 10.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Das Unternehmen eröffnete mit unterschiedlichen Marken im vergangenen Jahr 482 neue Läden, jeden vierten davon in China. Insgesamt sind es nun 6000 Filialen in 86 Ländern. Und wenn es endlich Sommer wird, werden auch in Armenien oder Ecuador Frauen Karohemden tragen, die fast so aussehen wie die Dries-Blusen vom Pariser Laufsteg.

  • Themen in diesem Artikel: