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US-Notenbankchef Bernanke:"Die Rezession ist überwunden"

Notenbankchef Bernanke erwartet ein schwaches Wachstum der US-Wirtschaft. Die Rezession sei vorbei.

Die amerikanische Wirtschaft hat nach Einschätzung der US-Notenbank Federal Reserve die Rezession überwunden. Aus technischer Sicht sei die Rezession wahrscheinlich vorüber, sagte Fed-Chef Ben Bernanke. Er warnte jedoch, dass die Erholung zunächst kaum spürbar sein werde. Auch im kommenden Jahr werde das Wachstum voraussichtlich moderat bleiben und die Schaffung von Arbeitsplätzen nur langsam vorankommen. Die Rezession ist vorbei, sobald die Wirtschaftsleistung im Quartalsvergleich wieder zulegt.

US-Notenbank Chef Ben Bernanke: "Die Rezession ist überwunden."

(Foto: Foto: dpa)

Einen Schub erhielt die US-Wirtschaft durch die staatliche Abwrackprämie. Die Einzelhändler steigerten dadurch ihren Umsatz im August so stark wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Die Erlöse sprangen um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Allein die Autoverkäufe schnellten um 10,6 Prozent nach oben.

Das Programm "Cash for Clunkers" ("Kohle für Rostlauben"), lief im August aus. Doch auch ohne Autos stiegen die Einzelhandelsumsätze unerwartet stark um 1,1 Prozent.

Auch in Deutschland wächst der Optimismus. Mit dem RWI in Essen und dem IWH in Halle hoben am Dienstag zwei weitere der sechs großen deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Schätzungen für das Jahr 2010 deutlich an. Auch der Handelsverband BGA und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim zeigten sich zuversichtlich. Nach Schätzungen des RWI wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden Jahr um 5,0 und nicht wie bisher vorhergesagt um 6,4 Prozent schrumpfen. 2010 sei sogar ein Wachstum von 1,2 Prozent möglich.

Das IWH rechnet für 2009 mit einem BIP-Rückgang um 5,2 und für 2010 mit einem Plus von 0,9 Prozent. Der ZEW-Index, für den monatlich 300 Börsianer nach ihren Konjunkturerwartungen befragt werden, stieg im September um 1,6 auf 57,7 Punkte. Damit bestätige sich der Eindruck, "dass sich die deutsche Wirtschaft zwar erholt, aber in einem langsamen Tempo", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Die Hoffnungen ruhten vor allem darauf, dass der Welthandel wieder anziehe.

Der Präsident des Bundesverbandes Groß- und Außenhandel (BGA) Anton Börner sagte, er erwarte für 2010 einen Anstieg der Exporte um mindestens zehn Prozent. Allerdings dürfe kein Handelskrieg ausbrechen, der den freien Warenverkehr behindere. Noch mehr Sorgen bereitet dem BGA eine mögliche Kreditklemme: Immer mehr Banken seien wegen strengerer Bilanzierungsregeln darauf angewiesen, Kredite zu verbriefen, sagte Börner. Die staatliche Förderbank KfW und die Landesbanken müssten Verbriefungen aufkaufen, um die Kreditvergabe anzukurbeln. "Nur so können wir einen drastischen Anstieg der Insolvenzen in einer Kreditklemme verhindern."

Um die Exportwirtschaft zu unterstützen, kündigte die Bundesregierung ein weiteres Hilfsprogramm an. Demnach können Kreditinstitute im In- und Ausland für die Refinanzierung von Ausfuhrdarlehen auf Mittel der KfW zurückgreifen. Insgesamt stehen dafür zunächst 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung, Kreditnehmer sind die ausländischen Käufer deutscher Produkte. Zwar können hiesige Lieferanten ihre Geschäfte bereits durch staatliche Hermes-Bürgschaften absichern. Viele der kreditgebenden Banken haben aber Schwierigkeiten, langfristige Darlehen ebenso langfristig zu refinanzieren. In diese Lücke soll nun die KfW stoßen. Die Genehmigung der EU gilt zunächst für sechs Monate. Der Bund kündigte aber bereits an, man wolle das Programm bis Ende 2010 verlängern.