Fahrdienstleister Uber setzt an zum Mega-Börsengang

Uber-Chef Dara Khosrowshahi versucht derzeit, Uber ein freundlicheres Image zu geben.

(Foto: dpa)
  • Uber hat nun auch ganz offiziell seinen Börsengang beantragt.
  • Es wird damit gerechnet, dass die Firma Anfang Mai ihr Börsendebüt feiert - und dann möglicherweise Aktien im Wert von etwa zehn Milliarden Dollar verkauft.
  • Mit einer Gesamtbewertung von etwa 100 Milliarden Dollar dürfte Uber einer der größten Börsengänge der Finanzgeschichte gelingen.

Es dürfte einer der größten Börsengänge seit Jahren werden: Der Fahrdienstleister Uber hat am späten Donnerstagabend seinen Börsengang bei der US-Börsenaufsicht SEC beantragt. Demnach will das Unternehmen will seine Aktien an der New York Stock Exchange (NYSE) unter dem Tickerkürzel "UBER" listen lassen.

Uber gewährt mit seinem Antrag erstmals einen umfassenden Einblick in die Geschäftszahlen: Seinen Umsatz hat das Unternehmen 2018 im Jahresvergleich um 42 Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar gesteigert. Der Nettogewinn lag bei knapp einer Milliarde Dollar. Allerdings gehen die schwarzen Zahlen auf den Verkauf von Teilen des internationalen Geschäfts im ersten Quartal zurück; in den restlichen Quartalen des Jahres schrieb Uber nur Verluste. Das Unternehmen warnte bereits, dass es "womöglich keine Profitabilität erreichen" werde - sprich vielleicht niemals Gewinn machen werde.

Uber hatte Ende 2018 etwa 91 Millionen registrierte Nutzer. Im Schlussquartal wurden über den Dienstleister 1,5 Milliarden Fahrten gebucht, 3,9 Millionen Fahrer waren auf der Plattform aktiv. Uber betreibt auch ein Geschäft mit Essenslieferungen, die Frachtvermittlung für Lastwagen-Fahrer sowie einen E-Bike-Service. Der Plan ist auch, in die App alle verfügbaren Mobilitätsformen zu integrieren.

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Details wie das genaue Datum des Börsengangs und wie viel Geld Uber bei Anlegern einsammeln will, blieben zunächst offen. Es wird jedoch damit gerechnet, dass Uber Anfang Mai sein Börsendebüt feiert. Nach Bloomberg-Informationen strebt Uber einen Erlös von etwa zehn Milliarden Dollar an. Zwischenzeitlich hatten Banken, die mit der Vorbereitung des Börsengangs betraut werden wollten, laut US-Medien bereits eine Gesamtbewertung von bis zu 120 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Zuletzt hieß es jedoch, dass es wohl eher 100 Milliarden Dollar werden dürften.

Auch damit könnte Uber dennoch einen der größten Börsengänge der Finanzgeschichte und das am höchsten taxierte Debüt seit 2014 stemmen. Damals ging der chinesische Online-Riese Alibaba mit einer Bewertung von rund 170 Milliarden Dollar an die NYSE.

Aus den eingereichten Unterlagen geht auch hervor, dass Uber in den vergangenen drei Jahren nahezu 1,1 Milliarden Dollar für die Entwicklung selbstfahrender Autos und andere Projekte wie Flugtaxis ausgab. Allein im vergangenen Jahr erreichten diese Investitionen 457 Millionen Dollar. Ubers Roboterwagen-Programm war nach einem tödlichen Unfall im März 2018 - dem ersten mit einem selbstfahrenden Auto - für Monate ausgesetzt worden.

Uber soll ein freundlicheres Image bekommen

Uber hatte sich in den vergangenen zehn Jahren viel Geld bei Investoren für ein aggressives globales Wachstum besorgt. Zugleich geriet die Firma dadurch in viele Konflikte mit Behörden und der Taxi-Branche. Mitgründer und Chef Travis Kalanick musste nach einer Skandalserie gehen. Sein Nachfolger Dara Khosrowshahi brachte Stabilität in die Firma und versucht, Uber ein freundlicheres Image zu geben.

Im März war bereits Ubers kleinerer Rivale Lyft an die Börse gegangen, der bisher nur in den USA und in Kanada aktiv ist. Lyft schraubte den Ausgabepreis seiner Aktien bis auf 72 Dollar hoch - der Börsengang galt als Erfolg. Nach einem positiven Debüt fiel der Wert der Lyft-Aktie jedoch wieder und schloss am Donnerstag bei 61 Dollar.

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