Nach Übernahme durch Elon Musk:Twitter bittet Entlassene um Rückkehr

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Nach Übernahme durch Elon Musk: Rolle rückwärts beim Kurznachrichtendienst Twitter seit der Übernahme durch Elon Musk: Nach der Entlassung von nahezu der Hälfte aller Mitarbeitenden werden manche gebeten, zurückzukehren.

Rolle rückwärts beim Kurznachrichtendienst Twitter seit der Übernahme durch Elon Musk: Nach der Entlassung von nahezu der Hälfte aller Mitarbeitenden werden manche gebeten, zurückzukehren.

(Foto: Dado Ruvic/Reuters)

Manchen Mitarbeitern wurde wohl fälschlicherweise gekündigt, bei anderen wird hinterher erkannt, dass ihre Arbeit für die Pläne der Plattform notwendig ist. Das neue Bezahl-Verifizierungssystem soll derweil verschoben werden.

Nachdem Twitter nach der Übernahme durch Elon Musk am vergangenen Freitag etwa die Hälfte der Mitarbeitenden entlassen hat, wendet sich das Unternehmen nun an Dutzende, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, um sie zurückzuholen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise. Einigen Ex-Mitarbeitern, die zurückkommen sollten, sei fälschlicherweise gekündigt worden. Andere seien gefeuert worden, bevor das Management erkannt habe, dass ihre Arbeit und Erfahrung für künftige Pläne der Plattform notwendig sein könnten.

Twitter hat vergangene Woche nahezu 3700 Mitarbeiter per E-Mail entlassen, um nach der Übernahme durch Musk Ende Oktober die Kosten zu senken. Viele Mitarbeiter erfuhren, dass sie ihren Job verloren hatten, nachdem ihr Zugang zu unternehmensweiten Systemen wie E-Mail und Slack plötzlich gesperrt worden war. Gefeuerte US-Beschäftigte des Unternehmens haben inzwischen eine Sammelklage gegen Twitter eingereicht. Ein Twitter-Sprecher antwortete nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme. "Bezüglich des Personalabbaus bei Twitter gibt es leider keine andere Wahl, wenn das Unternehmen mehr als vier Millionen Dollar pro Tag verliert", hatte Musk am Freitag noch getwittert.

Bezahlte Verifizierungshäkchen erst nach den Zwischenwahlen

Mitten in das Personalchaos kommt zudem die Nachricht, dass Twitter die Einführung von Häkchen zur Verifikation im Rahmen eines neuen acht Dollar teuren Abonnements verschieben wolle. Wie die New York Times am Sonntag berichtete, will der Kurznachrichtendienst die Änderungen an den Prüfzeichen bis nach den US-amerikanischen Zwischenwahlen am Dienstag, 8. November, verschieben, nachdem Nutzer und Mitarbeiter Bedenken geäußert hatten, dass die Änderung missbraucht werden könnte, um Desinformationen zu streuen. Auch dazu war von Twitter bislang keine Stellungnahme zu erhalten.

Twitter hatte erst am Samstag seine App aktualisiert und das neue Twitter-Blue-Abonnement eingeführt, das jedem Nutzer gegen eine monatliche Gebühr das Verifizierungszeichen bietet. Bislang war die Vergabe der Symbole mit dem Häkchen, das die Echtheit des Twitter-Profils garantiert, nach Überprüfung kostenlos. Es ist die erste größere Überarbeitung der Social-Media-Plattform durch den neuen Eigentümer Elon Musk, der 44 Milliarden Dollar für die Übernahme des Kurznachrichtendienstes gezahlt hat.

Imitationen verboten

Eine andere Änderung hat Musk selbst getwittert: Nach einem Wochenende, an dem mehrere prominente Nutzer ihre Namen und Bilder zu dem von Musk änderten, kündigt der neue Eigentümer an, dass die soziale Medienplattform gegen diese Praxis vorgehen wird. "Künftig werden alle Twitter-Konten, die sich fälschlicherweise als eine andere Person ausgeben, ohne klar zu sagen, dass es sich um eine Parodie handelt, ohne Vorwarnung dauerhaft gesperrt", schrieb Musk.

Er fügte hinzu, dass jede Namensänderung zum vorübergehenden Verlust des Verifizierungszeichens führen wird. Mehreren Nutzern, die sich als Musk ausgegeben hatten, darunter die Komikerin Kathy Griffin und der ehemalige NFL-Spieler Chris Kluwe, wurden inzwischen die Konten gesperrt.

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