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Tesla:Tweet von Musk führt erneut zu Streit mit Börsenaufsicht

Tesla-Chef Elon Musk

Am 20. Februar twitterte Musk: "Tesla baute 0 Autos 2011, aber wird 2019 rund 500000 bauen." Dieser Satz wird für ihn nun zu einem Problem.

(Foto: dpa)
  • Elon Musk hat aus Sicht der Börsenaufsicht erneut einen Tweet verbreitet, der nicht ohne Genehmigung hätte geschickt werden dürfen.
  • Schon im Sommer vergangenen Jahres hatte er Probleme mit den Behörden, die ihn wohl fast den Job gekostet hätten.

Der Chef des Autoherstellers Tesla, Elon Musk, hat erneut Ärger mit den US-Behörden. Die Börsenaufsicht SEC drängt auf gerichtliche Maßnahmen gegen Musk, weil dieser gegen Auflagen eines Vergleichs verstoßen habe. Das geht aus einem entsprechenden Antrag hervor, den die SEC am Montag beim zuständigen Gericht in Manhattan eingereicht hat. Die Tesla-Aktie brach daraufhin im nachbörslichen Geschäft um fast vier Prozent ein.

Musk hatte in der vergangenen Woche bei Twitter Angaben zu Teslas möglicher Jahresproduktion 2019 gemacht. Das Problem: Der Tech-Milliardär war im vergangenen Jahr nach missverständlichen Tweets von der SEC verklagt worden und hatte sich mit der Behörde auf einen Vergleich geeinigt. Seinerzeit stand sogar zur Debatte, dass Musk wegen dieses Tweets die Führung des Unternehmens abgeben sollte.

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Der Tesla-Chef soll falsche und irreführende Angaben gegenüber Investoren gemacht haben. US-Medienberichten zufolge prüft auch das Justizministerium den Fall.

Vor wenigen Tagen twitterte Musk nun: "Tesla baute 0 Autos 2011, aber wird 2019 rund 500000 bauen." Diesen Satz wertete die Börsenaufsicht als Verstoß gegen Auflagen, die besagen, dass Tesla derartige Tweets vorher prüfen und genehmigen muss, falls sie Informationen enthalten, die für Anleger relevant sein können und damit bestimmten Regeln unterliegen.

Rund viereinhalb Stunden später korrigierte er seine Aussage. Er habe gemeint, dass Tesla angefangen habe, Autos in so großer Zahl herzustellen, sodass auf ein Jahr hochgerechnet 500 000 Autos gefertigt werden könnten, damit sei aber nicht unbedingt das Kalenderjahr 2019 gemeint gewesen. So ähnlich war es Ende Januar auch in dem Aktionärsbrief von Tesla formuliert worden.

Klage wegen Marktmanipulation

Die Klarstellung beeindruckte die SEC nicht: Es gebe keine "vorab genehmigte schriftliche Kommunikation" vom 30. Januar, die behauptet, dass "Tesla rund 500 000 Autos im Jahr 2019 baut". Damit sei der Tweet nicht nur unabgesprochen, sondern auch inhaltlich falsch gewesen, schlussfolgerte die SEC. Dies sei ein klarer Verstoß gegen die Regeln.

Dass Musk überhaupt so mit der Behörde im Clinch liegt, hat er sich selbst eingebrockt. Im August hatte der Tesla-Chef getwittert, sein Unternehmen zum Aktienkurs von 420 Dollar privatisieren, also von der Börse nehmen zu wollen. Die teure Finanzierung dieses Vorhabens sei "gesichert". Damit schob Musk den Aktienkurs zunächst kräftig an, doch die Behauptung entpuppte sich laut SEC als haltlos.

Es folgte eine Klage der Aufsicht wegen Marktmanipulation. Zwar einigten sich der Tesla-Chef und die SEC auf einen Vergleich, der Musk neben Geldstrafen und den Auflagen zur Kommunikation mit Anlegern auch zwang, den Vorsitz im dem Vorstand übergeordneten Verwaltungsrat abzugeben.

Doch Musk stichelte danach immer weiter gegen die Aufsicht. Welche Konsequenzen Musk im aktuellen Fall drohen, ist kaum abzuschätzen. Der Fall könnte auf eine Geldstrafe und theoretisch sogar auf Haft hinauslaufen, wenn geurteilt wird, dass er gegen die Vereinbarung gehandelt habe.

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