US-Elektroautobauer:Tesla will Werk in Grünheide wieder komplett hochfahren

US-Elektroautobauer: Ein Elektrofahrzeug vom Typ Tesla Model Y steht vor der Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg. Der Elektroauto-Hersteller musste die Produktion in Grünheide bei Berlin wegen der Angriffe der jemenitischen Huthi-Rebellen im Roten Meer für mehrere Tage weitgehend stoppen.

Ein Elektrofahrzeug vom Typ Tesla Model Y steht vor der Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg. Der Elektroauto-Hersteller musste die Produktion in Grünheide bei Berlin wegen der Angriffe der jemenitischen Huthi-Rebellen im Roten Meer für mehrere Tage weitgehend stoppen.

(Foto: Patrick Pleul/dpa)

Fast zwei Wochen lang hat der Elektroautobauer die Fertigung wegen fehlender Teile auf Eis gelegt. Ein Streit über die Betriebsratswahl schwelt weiter.

Der US-Elektroautobauer Tesla will die Produktion in Grünheide bei Berlin nach einer Zwangspause wegen fehlender Teile als Folge der unsicheren Lage im Roten Meer am Montag wieder komplett starten. Der Produktionsstopp hat nach Angaben des Unternehmens das Hochfahren der Fabrik nicht ausgebremst.

Tesla hatte die Fertigung am 29. Januar wegen der Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Schiffe im Roten Meer ruhen lassen. Weil Bauteile fehlten, verschoben sich die Transportwege. Doch nicht alles stand still: Tesla produzierte nach eigenen Angaben weiter wo möglich, nahm Wartungen und Reparaturen vor und schulte Mitarbeiter.

Alle notwendigen Produktionsteile sind laut Tesla wieder ausreichend vorhanden. Werksleiter André Thierig hatte dem Tagesspiegel gesagt, er halte die Lieferketten für recht robust. Es werde auch viel vor Ort produziert. Er sieht das Unternehmen aber auch nicht komplett gegen Krisen bei der Lieferung gefeit. Die IG Metall versucht, wegen der Pause die Betriebsratswahl im März zunächst zu stoppen. Die Gewerkschaft sieht die Chancengleichheit für alle Beschäftigten bei der Wahl verletzt und hatte beim Arbeitsgericht Frankfurt (Oder) einen Antrag auf einstweilige Verfügung eingereicht. Der Wahlvorstand für die Betriebsratswahl wies Vorwürfe in einem Schreiben an die Belegschaft zurück, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Uns wird vorgeworfen, bei der Einleitung der Wahl unnötigen Zeitdruck bezüglich der Einreichung von Vorschlagslisten vorzuschreiben. Das stimmt nicht", heißt es im Schreiben des Vorsitzenden René Seyfert, der für den Wahlvorstand spricht. "Die zeitlichen Rahmenbedingungen für die Wahl sind per Gesetz festgelegt, und an diese Vorgaben sind wir gebunden." Der Wahlvorstand wies zurück, gegen Grundsätze einer fairen und demokratischen Wahl zu verstoßen.

Die Gewerkschaft sieht die Chancengleichheit bei der Aufstellung von Kandidaten in Gefahr. Nach der Betriebspause und der Rückkehr an ihre Arbeitsplätze hätten die Beschäftigten nur bis Donnerstag Zeit, um einen Wahlvorschlag zu erstellen, Kandidatinnen und Kandidaten zu gewinnen und Unterschriften zu sammeln. Die Betriebsratswahl ist vom 18. bis zum 20. März geplant.

Das Unternehmen äußerte sich bisher nicht zur Kritik der IG Metall. Es ist die zweite Betriebsratswahl bei Tesla in Grünheide. Ein Wahlvorstand kümmert sich um die Vorbereitung und Umsetzung der Wahl. Vor fast zwei Jahren nahm Tesla die Produktion in Grünheide auf. Als Ziel für die erste Ausbauphase gab der Autobauer aus, 10 000 Autos in der Woche mit rund 12 000 Beschäftigten zu fertigen. Zuletzt wurden mehr als 6000 Autos gebaut. Derzeit arbeiten laut Unternehmen 12 500 Menschen bei Tesla in Brandenburg.

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