Versicherung:Talanx macht mehr Gewinn trotz der Flutkatastrophe

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Die Überschwemmungen im Westen Deutschlands werden den Talanx-Konzern rund 150 Millionen Euro kosten. Dennoch hebt der Versicherer sein Gewinnziel für 2021 an. Das hat auch mit dem Rückgang von Covid 19 zu tun.

Von Jonas Tauber, Berlin

Nur wenige Gebäudebesitzer haben ihre Häuser vor den großen Unwettern im Westen Deutschlands gegen Elementarschäden versichert - ein Großteil bekommt deswegen kein Geld von den Versicherungen für Schäden, die das Hochwasser verursacht hat. Dieses Thema beschäftigt aktuell auch den Hannoveraner Versicherungskonzern Talanx. Die Flutkatastrophe hat die Debatte um eine Elementar-Pflichtversicherung neu angeheizt. Die befürworten die deutschen Versicherer zwar nicht. Aus Sicht von Talanx-Finanzchef Jan Wicke könnte es aber sinnvoll sein, Elementarschäden künftig zu einem festen Bestandteil von Gebäudeversicherungen zu machen, der aktiv abgewählt werden müsste. Das könne für mehr Klarheit in der Beratungssituation führen, erklärt er. Eine solche Opt-out-Lösung befürwortet auch der Rückversicherer Munich Re.

Talanx erwartet für das dritte Quartal eine Ergebnisbelastung durch die Flut in Höhe von 150 Millionen Euro, davon etwa 50 Millionen Euro in der Erstversicherung mit Endkunden und 100 Millionen Euro in der Rückversicherung. Dennoch hat der Konzern sein Gewinnziel für das volle Jahr 2021 angehoben: Die Versicherung erwartet nun 900 bis 950 Millionen Euro Gewinn. Bislang war die Rede von 800 bis 900 Millionen Euro.

"Wir können unseren Ausblick trotz der verheerenden Flutkatastrophe anheben", sagte Finanzchef Wicke. Denn in den ersten sechs Monaten hat das Unternehmen 546 Millionen Euro verdient, deutlich mehr als die 325 Millionen Euro im Vorjahr. Die Beitragseinnahmen legten ebenfalls zu, nämlich um neun Prozent auf 24 Milliarden Euro.

Die Gewinnsteigerung hat ihre Ursache auch darin, dass es 2021 weniger Schäden in Folge der Corona-Pandemie gab. 2020 hatte die Gesellschaft hohe Summen für Veranstaltungsausfälle und die Schließung von Betrieben gezahlt. Der Rückversicherer der Gruppe, die Hannover Rück, erlebte zwar hohe Schäden: Die Covid-19-Infektionen verursachten einen Anstieg der Sterblichkeit. Das gilt auch 2020 noch, aber die Gesamtbelastung wegen des Coronavirus sinkt: Im ersten Halbjahr 2020 kostete die Pandemie die Gruppe 278 Millionen Euro. In diesem Jahr waren es dagegen nur noch 72 Millionen Euro.

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