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Digitales Angebot für Fahrgäste:"Wir oder myTaxi"

Aus Sicht der Taxizentralen entwickelt sich das Angebot zu gut. Sie laufen Sturm gegen myTaxi. Das Unternehmen kümmere sich nicht um die Qualität der Dienstleistung, so der Vorwurf. Eine bundesweite Beschwerdezentrale sei - anders als bei den Zentralen - nicht vorhanden, genauso wenig wie ein Call-Center, und auf die Qualifikation der Fahrer würde myTaxi auch nicht achten.

Hubert Schmidt, Geschäftsführer der Isarfunk Zentrale in München, stellt seine Fahrer deswegen vor die Wahl: "Wir oder myTaxi." Für Isarfunk sei Qualität wichtig, und dieser Grundsatz sei nicht mit einer gleichzeitigen Nutzung von myTaxi vereinbar. Taxi-eG-München-Chef Frank Kuhle ist entspannter: "Wir haben keine Angst vor myTaxi." Eine seit Jahrzehnten etablierte Taxizentrale lasse sich nicht einfach verdrängen.

Der Streit geht weiter

In Wien reagieren die Taxizentralen härter: Sie senden Testpersonen aus, die ein Taxi über die App bestellen. Falls der Fahrer zugleich bei einer Funkzentrale unter Vertrag ist, drohen sie Konsequenzen an - im Extremfall auch die Kündigung des Vertrags. Die Verträge zweier Mandanten des Wiener Rechtsanwalts Johannes Stephan Schriefl wurden fristlos gekündigt. Das Argument der Taxizentralen: Die Taxiunternehmer stehen unter sogenannten Konkurrenzklauseln, die den Fahrern verbieten, für mehr als einen Anbieter zu arbeiten. Nun prüft die Bundeswettbewerbsbehörde den Fall. Der Streit geht weiter.

© sueddeutsche.de/aum/luk
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