Streik bei australischer Airline Qantas fliegt wieder

Das Chaos hat ein Ende: Mit einem Flug von Sydney nach Jakarta hat Qantas den regulären Flugbetrieb wieder aufgenommen. Ein beispielloser Streik geht damit zu Ende - ein Schiedsgericht zwingt die Gewerkschaften und die australische Fluglinie nun zurück an den Verhandlungstisch. Ihnen bleiben 21 Tage für eine Einigung.

Zwei Tage herrschte Chaos am Boden, jetzt gehen die Flugzeuge der australischen Fluggesellschaft Qantas wieder in die Luft: Die zehntgrößte Fluggesellschaft der Welt hat am heutigen Montag den Flugbetrieb wieder aufgenommen. Der erste Flug ging von Sydney nach Jakarta. Bis zum Dienstag sollen wieder alle 108 Flugzeuge planmäßig fliegen.

Qantas Qantas muß wieder fliegen Video
Arbeitskonflikt bei australischer Airline

Qantas muß wieder fliegen

Ein von der Regierung angerufenes Schiedsgericht entschied am Sonntag, die Gesellschaft und die Gewerkschaften sollten an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Aus Verärgerung über einen monatelangen Arbeitskampf mit Piloten, Ingenieuren und Bodenpersonal hatte Qantas am Samstag ohne Vorwarnung und mit sofortiger Wirkung den gesamten Flugverkehr eingestellt. Rund 600 Flüge wurden abgesagt, weltweit strandeten Zehntausende Passagiere, Qantas entstanden Kosten in Höhe von umgerechnet rund 53 Millionen Euro. Am Sonntag ordnete ein Schiedsgericht schließlich an, die Streiks zu beenden - vorübergehend zumindest.

Fluglinie und Gewerkschaften haben nun 21 Tage Zeit für Verhandlungen. Erzielen sie kein Ergebnis, kommt es zu einem bindenden Schiedsspruch. "Dies ist ein gutes Ergebnis", sagte Qantas-Chef Alan Joyce in einer Unternehmensmitteilung. "Der Verhandlungsprozess ist nun in den Händen unabhängiger Schiedsrichter. Wir werden jede Entscheidung respektieren." Selbst die australische Premierministerin Julia Gillard meldete sich zu Wort: "Die Australier wollen, dass dieser Disput beigelegt wird, und ich auch."

Der Streit zwischen Qantas und den drei Gewerkschaften zieht sich seit Monaten hin. Die Gewerkschaften fordern höhere Löhne und wehren sich gegen Pläne der Airline, einen Teil des Geschäfts ins billigere Ausland zu verlegen. In den nächsten fünf Jahren sollen deswegen 1000 Arbeitsplätze gestrichen werden.

Profitiert hat von dem Streit bislang vor allem die Qantas-Konkurrenz. Virgin Australia bot beispielsweise Sondertarife und Extraflüge für gestrandete Passagiere an. Qantas hingegen droht eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit. Die dauernden Störungen, aber auch die Entscheidung, die Maschinen am Boden zu lassen, würden sich negativ auf die Reservierungen auswirken, urteilte die Ratingagentur Moody's.