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Straffreiheit für UBS in Libor-Skandal:Beide Banken wollten Immunität bekommen

Als den Managern der beiden Banken das Ausmaß des Problems bewusst wurde, nahmen sie Kontakt mit dem Brüsseler Büro von EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia auf, wie die mit den Ermittlungen vertrauten Personen sagten. Beide Banken hätten Almunia angeboten, bei der Erhärtung der Vorwürfe zu helfen, in der Hoffnung dafür Immunität zu bekommen.

Die UBS hatte zuvor schon bekannt gegeben, sie habe bei Einigungen mit Behörden in Kanada und anderenorts bereits teilweise Straffreiheit zugesichert bekommen.

Die Kartelluntersuchung der EU war im Oktober 2011 öffentlich geworden, als die Ermittler gleichzeitig die Büros zahlreicher europäischer Banken durchsuchten.

Im Fokus der Untersuchung stehen die Deutsche Bank, die französischen Institute Société Générale und Crédit Agricole, HSBC Holdings und Royal Bank of Scotland Group in Großbritannien sowie JP Morgan in den USA, wie es aus Kreisen weiter hieß.

Büro hat über voraussichtliche Strafen informiert

Vor einigen Wochen habe Almunias Büro zumindest einige der Banken kontaktiert und sie über die voraussichtlichen Strafen informiert. Einige Bankvertreter seien angesichts der Höhe fassungslos gewesen. Die Deutsche Bank, Société Générale und RBS hätten den Behörden aber dennoch signalisiert, dass sie die Strafen akzeptieren würden.

Manager bei Crédit Agricole, HSBC und J.P. Morgan hätten dagegen eine andere Richtung eingeschlagen und erklärt, rechtlich dagegen vorgehen zu wollen, hieß es. Crédit Agricole-Chef Jean-Paul Chifflet sagte im November zu Journalisten, seine Bank habe ein Angebot der Kommission für eine außergerichtliche Einigung ausgeschlagen. Jede Art von Einigung wäre gleichbedeutend mit einem Schuldeingeständnis gewesen, und dafür gebe es keinerlei Grund, sagte Chifflet.

Derweil erklärte Almunia am Donnerstag, die Ermittlungen beim Libor und Euribor seien "fortgeschritten". Es werde bald Neuigkeiten geben, kündigte er an.

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