Hilfe vom Staat Mehr als sieben Millionen Bürger sind auf soziale Mindestsicherung angewiesen

39 Milliarden Euro hat der Staat im vergangenen Jahr für Hartz-IV-Empfänger, Sozialhilfeempfänger, Asylbewerber und Kriegsopfer ausgegeben. Zwar hat sich die Zahl derjenigen, die solche Leistungen beziehen, insgesamt nicht erhöht. Allerdings lohnt ein differenzierter Blick auf die einzelnen Transferleistungen.

Es sind Hartz-IV-Empfänger, Asylbewerber, Kriegsopfer, außerdem Menschen, die krank sind oder deren Rente nicht ausreicht, und die deshalb Sozialhilfe beziehen. Sie alle haben gemeinsam, dass sie auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, weil sie ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können.

Knapp 7,25 Millionen Menschen in Deutschland haben Ende 2012 sogenannte Leistungen zur sozialen Mindestsicherung erhalten, wie das Statistische Bundesamt jetzt mitgeteilt hat. Das entspricht einem Anteil von neun Prozent der Bevölkerung.

Im Vergleich zum Vorjahr bliebt sowohl die Anzahl als auch der Anteil der Empfänger an der Gesamtbevölkerung nahezu unverändert. Allerdings lohnt ein differenzierter Blick auf die einzelnen Transferleistungen: So ging die Anzahl der Hartz-IV-Empfänger - der größten Gruppe von Empfängern sozialer Mindestsicherungsleistungen - von 2011 auf 2012 um 1,3 Prozent auf 6,04 Millionen Personen zurück. Die Zahl der Sozialhilfeempfänger ist dagegen gestiegen - um 6,3 Prozent auf 1,01 Millionen Personen. Mit einem Plus von 15 Prozent auf etwa 165.000 Personen am stärksten angewachsen ist die Anzahl der Bezieher nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Der Anteil der Menschen, die auf Mindestsicherung angewiesen sind, war in Ostdeutschland (inklusive Berlin) mit 13,4 Prozent deutlich höher als im früheren Bundesgebiet mit 7,9 Prozent. Am höchsten war die Quote in Berlin (19,5 Prozent) und Bremen (16,7 Prozent), am geringsten in Bayern (4,4 Prozent), Baden-Württemberg (5,0 Prozent) und Rheinland-Pfalz (6,6 Prozent).

Insgesamt hat der Staat im Jahr 2012 für die soziale Mindestsicherung 39 Milliarden Euro ausgegeben. Das entspricht laut Statistikamt rein rechnerisch Ausgaben von 486 Euro je Einwohner.