Sparkassen-Gruppe:Deka-Bank steigt aus Preispoker mit Nahrungsmitteln aus

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Umdenken in der Finanzbranche: Die Deka-Bank will sich aus dem Spekulationsgeschäft mit Grundnahrungsmitteln zurückziehen. Die Deutsche Bank hatte sich unlängst ähnlich geäußert.

Nach Kritik an Agrarspekulationen als eine der Ursachen für Hungersnöte beendet die Deka-Bank bei eigenen Fonds Wetten auf Grundnahrungsmittel. Die Fondsgesellschaft der Sparkassen kündigte an, bei ihrem 2006 aufgelegten Fonds "Deka-Commodities" künftig auf die Abbildung der Preisentwicklung von Weizen, Soja, Mais, Rindern und Schweinen zu verzichten.

Jahrespressekonferenz Dekabank

Die Fondsgesellschaft der Sparkassen will bei ihrem 2006 aufgelegten Fonds "Deka-Commodities" künftig auf die Spekulation mit Grundnahrungsmitteln verzichten.

(Foto: dpa)

"Wir werden den Fonds so umbauen, dass die Komponente Agrarrohstoffe - und zwar Grundnahrungsmittel - nicht mehr abgebildet wird", sagte ein Deka-Bank-Sprecher. Gut ein Drittel des Fonds mit rund 280 Millionen Euro Gesamtvolumen machen Agrarrohstoffe aus.

"Erster richtiger Schritt"

Mitte März war bereits die Deutsche Bank wegen derartiger Geschäfte in die Schlagzeilen geraten - nicht zum ersten Mal. Damals hatte das größte deutsche Finanzinstitut in seinem Bericht zur gesellschaftlichen Verantwortung 2011 angekündigt, im laufenden Jahr keine börsengehandelten Produkte mehr aufzulegen, die auf Grundnahrungsmitteln basieren. Mit der Aktion "Hände weg vom Acker, Mann!" hatte Foodwatch damals zum Protest gegen die Politik des scheidenden Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann aufgerufen.

Foodwatch begrüßte nun die Entscheidung der Deka-Bank. Das Institut gehe "einen ersten richtigen Schritt und zieht den Schlussstrich unter ein unverantwortliches Geschäft", sagte Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode. Gleiches erwarte man nun auch von den öffentlich-rechtlichen Landesbanken und von Union Investment, der Fondsgesellschaft der Volks-, Raiffeisen- und Sparda-Banken.

Die Deka-Bank erklärte, Auswirkungen ihrer Anlagen auf Nahrungsmittelpreise seien zwar nicht "hinreichend und abschließend" belegt. Weil es aber auch "keine eindeutige Entwarnung" gebe und um Zweifel auszuschließen, habe man sich für den Ausstieg entschieden.

Allerdings will das Institut nur den Handel mit eigenen Fonds-Produkten aussetzen - die Rohstoff-Fonds anderer Banken sollen weiter vertrieben werden. Zudem spekuliert die Dekabank auch weiterhin mit dem Ölpreis - dieser beeinflusse indirekt über die Kosten für Agrardiesel und Mineraldünger auch den Nahrungsmittelpreis, kritisiert Foodwatch.

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