Sparprogramm Air Berlin streicht 900 Stellen

Erst ein paar Tage ist der neue Chef Prock-Schauer im Amt, schon kündigt Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft harte Einschnitte an: Jeder zehnte Job soll wegfallen.

Die Fluggesellschaft Air Berlin verschärft ihr Sparprogramm: Bis 2014 will die Airline 900 Stellen streichen. Auch betriebsbedingte Kündigungen seien nicht ausgeschlossen, teilte das Unternehmen mit. Derzeit beschäftigt Air Berlin etwa 9300 Menschen. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern seien bereits eingeleitet und hätten in den nächsten Monaten höchste Priorität.

Ziel sei es, in diesem und im kommenden Jahr insgesamt etwa 400 Millionen Euro einzusparen. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft will im Rahmen ihres Sparprogramms "Turbine" auch Strecken streichen und Flugzeuge verkaufen. Die Flotte soll von derzeit 158 auf 142 Flugzeuge verkleinert werden.

Erst in der vergangenen Woche hatte Hartmut Mehdorn überraschend den Chefposten bei der Fluggesellschaft geräumt. Es sei die richtige Zeit für einen Führungswechsel, sagte er. Für ihn übernahm mit sofortiger Wirkung der Österreicher Wolfgang Prock-Schauer. Der 56-Jährige ist nun offenbar gewillt, harte Einschnitte vorzunehmen, wie der geplante Jobabbau zeigt.

Air Berlin will sich auf seine Kernmärkte Deutschland, Österreich und die Schweiz und profitable Strecken konzentrieren. Die Drehkreuze Berlin und Düsseldorf sollten ausgebaut und die Zahl der Flüge nach Mallorca erhöht werden. An anderer Stelle stehen Kürzungen an.

Das Unternehmen steht unter erheblichem finanziellen Druck. Die Fluggesellschaft hatte die Geschäftsjahre seit 2008 stets mit einem Verlust abgeschlossen. Mit dem Sparprogramm will Air Berlin von diesem Jahr an wieder schwarze Zahlen schreiben.