Sinkende Bedeutung von PCs Microsoft präsentiert gemischte Bilanz

Erfolge im Cloud-Geschäft retten die Quartalsbilanz für den neuen Microsoft-Chef Satya Nadella.

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Der Windows-Konzern befindet sich mitten in der Neuaufstellung - der Niedergang des klassischen PCs setzt Microsoft weiter zu, wie die erste Quartalsbilanz vom neuen Chef Nadella zeigt. Es gibt für ihn aber Anlass zu Optimismus.

Der US-Technologiekonzern Microsoft kämpft weiter mit der sinkenden Bedeutung von klassischen Personalcomputern. Umsatz und Gewinn seien im ersten Quartal dieses Jahres leicht gesunken, teilte das Unternehmen mit. In den ersten drei Monaten 2014 sei bei einem Umsatz von 20,4 Milliarden Dollar (14,7 Milliarden Euro) ein Gewinn von 5,66 Milliarden Dollar eingefahren worden. Dies ist ein Gewinn-Rückgang von etwa sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen begründete die Entwicklung vor allem mit sinkenden Einnahmen durch Software für PCs.

Allerdings blieb der weltgrößte Software-Hersteller mit den Zahlen über den Erwartungen von Analysten. Die Microsoft-Aktie stieg nachbörslich um fast drei Prozent. Marktforschern zufolge sank der Absatz von PCs in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 4,4 Prozent - es war das achte Quartal in Folge mit einem Rückgang.

Diesmal aber dürfte Microsoft selbst Schlimmeres verhindert haben: Da der Konzern seit Ende April keine Sicherheitsupdates für Windows XP mehr herausgibt, haben sich viele Kunden offenbar gleich einen neuen PC gekauft.

Microsoft kämpft seit geraumer Zeit mit dem technologischen Wandel. Zwar ist das Unternehmen im Bereich der PC-Software mit seinem Betriebssystem Windows oder dem Büroprogramm Office marktführend. Im schnell wachsenden Bereich der mobilen Computertechnologie rund um Smartphones und Tablets hinkt das Unternehmen den Konkurrenten Google und Apple aber hinterher.

Der neue Konzernchef Satya Nadella zeigte sich dennoch zufrieden mit dem Ergebnis. "Unsere Firmenkunden nehmen unsere Cloud-Lösungen an", erklärte er am Firmensitz in Redmond. Nadella hat die Devise "mobile-first, cloud-first" ausgegeben. Daten und Anwendungen sollen über das Netz von jedem Gerät aus erreichbar sein - auch von solchen, die von der Konkurrenz stammen. Ihm ist vor allem wichtig, dass die im Hintergrund ablaufenden Internetdienste über die riesigen Rechenzentren von Microsoft laufen. Er will Microsoft mit dem Cloud-Geschäft unabhängiger vom geschrumpften PC-Geschäft und dem Betriebssystem Windows machen. Nadella hatte als symbolträchtigen Schritt jüngst das Office-Paket auch für Apples iPad verfügbar gemacht.

Es war das erste Mal, dass der Nadella die Quartalszahlen präsentierte. Der Firmenveteran steht seit Anfang Februar an der Spitze des Software-Konzerns. Er löste Steve Ballmer ab. Ihm steht beratend der Microsoft-Mitbegründer und langjährige Chef Bill Gates zur Seite.