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Siemens:Konzernchef Löscher räumt Industriesparte auf

Der Siemens-Konzern steht offenbar schon wieder vor einem Umbau: Vorstandschef Peter Löscher will die Servicesparte des Industriebereichs womöglich komplett auflösen.

Eine Umstrukturierung jagt die nächste: Siemens-Chef Peter Löscher will die Führungsstruktur des Konzerns offenbar gut drei Jahre nach der letzten großen Organisationsreform erneut umbauen.

Enrico Theurich maschinenbau

Ein Techniker montiert bei Siemens in Görlitz Rotoren fuer Turbinen. Der Industriebereich des Konzern steht offenbar vor einem Komplett-Umbau.

(Foto: AP)

Im Zentrum stehe diesmal der Industriebereich mit rund 200.000 Beschäftigten, berichtete das Nachrichtenmagazin Spiegel vorab.

Schon Anfang 2008, als Löscher das Unternehmen kurz nach seinem Antritt zum ersten Mal umkrempelte, hatte es intern Kritik an der Neuordnung gegeben. Der Industriesektor, in dem unter anderem die Verkehrs- und Gebäudetechnik und das Anlagengeschäft zusammengefasst sind, sei im Vergleich zum Energie- und Medizinableger viel zu groß und unübersichtlich geraten, hieß es.

Nun greifen Löscher und der zuständige Bereichschef Siegfried Russwurm offenbar durch. Laut Spiegel soll die Servicesparte IS (Industry Solutions) bis zum Herbst komplett aufgelöst werden.

Der Bereich habe die vorgegebene Zielmarge des Konzerns zuletzt ohnehin nicht erreicht, hieß es. Die dort tätigen knapp 30.000 Mitarbeiter sollen in die Antriebs- oder Automatisierungssparte des Industriebereichs wechseln.

Ein Siemens-Sprecher wollte sich gegenüber dem Spiegel nicht konkret äußern, bestätigte aber, dass der Konzern "Marktpotenziale in Industriebranchen und im Servicegeschäft besser ausschöpfen" wolle.