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Zukunft von Karstadt:Berggruen einigt sich mit Highstreet

Berggruen hat den Vermietern bereits erhebliche Zugeständnisse abgetrotzt, über die aber noch die Gläubiger von Highstreet auf einem Treffen am 2. September entscheiden müssen. Denn neue Mietkonditionen für die einst zum Preis von mehreren Milliarden Euro erworbenen Warenhäuser erfordern auch neue Darlehensvereinbarungen. Allerdings sind die Reihen im Vermieterkonsortium, dessen Hauptakteure Goldman Sachs und die Deutsche Bank sind, dem Vernehmen nach nicht geschlossen. Goldman Sachs soll die Lösung mit Berggruen favorisieren. Der Deutschen Bank, die Geschäftsbeziehungen zu Borletti unterhält, wird Sympathie für die Offerte des Italieners nachgesagt.

Wird der Kaufvertrag, den Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg mit Berggruen geschlossen hat, rechtskräftig, wird sich der neue Eigentümer an seinen Versprechungen messen lassen müssen. "Keine Entlassungen, keine Häuserschließungen" - mit dieser Zusage hatte er früh vor allem die Vertreter der Arbeitnehmer auf seine Seite gezogen. Allerdings hat er sich eine Aufteilung der Häuser in Premium-, Sport- und Standardstandorte genehmigen lassen. Das ist für manche Beobachter ein Indiz dafür, dass er auf mittlere Sicht zumindest mit der Veräußerung von Teilen liebäugelt. Weil Berggruen sich aus Sicht der Vermieter bisher wenig bewegt hat, ist nicht auszuschließen, dass der Kaufvertrag mit Berggruen platzt.

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