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Reform des Mess- und Eichgesetzes:Rösler lässt Schankmaße unverändert

Philipp Rösler

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will die seit 1935 in Deutschland geltenden Glasgrößen in Gaststätten für Bier, Wein oder Schnaps so lassen wie sie sind.

(Foto: dpa)

Das Bundeswirtschaftsministerium gibt Entwarnung. Auch in Zukunft sollen Wirte nicht alleine bestimmen dürfen, wie viel sie in ein Glas füllen. Die bisherigen Ausschankmaße seien beliebt und hätten sich bewährt, so ein Sprecher Röslers.

Nach einem Bericht der Bild wollte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) den Gastwirten freistellen, wie viel sie in ihre Gläser füllen. Der Minister plant eine Reform des Mess- und Eichgesetzes, über die der Bundesrat nun verhandeln muss.

Das Bundeswirtschaftsministerium dementiert den Bild-Bericht. Anderslautende Medienberichte, Gastwirte könnten künftig beliebige Glasgrößen verwenden und so die Verbraucher verwirren, seien falsch, stellte ein Sprecher Röslers am Freitag klar. "Die bisherigen Ausschankmaße, etwa die Glasgrößen in Gaststätten, sind beliebt, sie haben sich in Deutschland bewährt." Es gebe überhaupt keinen Grund, daran zu rütteln. Röslers Ministerium erklärte, das neue Regelwerk enthalte keine Festlegung zu den Ausschankmaßen. Diese seien in einer eigenen, vom Gesetz abgekoppelten Mess- und Eichordnung geregelt.

Dies entspricht der Linie des Bundesrats, der in einer Empfehlung zu der Reform schreibt: "Der Wirtschaftsausschuss bekräftigt noch einmal ein altes Anliegen des Bundesrates zu Getränkegläsern, wonach aus Gründen des Verbraucherschutzes und des fairen Wettbewerbs die bisherige Regelung der Wertereihen bei Ausschankmaßen weiterhin gelten soll." Auch Baden-Württembergs Finanzminister Nils Schmid (SPD) hatte in der Bild gewarnt: "Am Zapfhahn muss Klarheit herrschen. Der Kneipenbesucher muss wissen, wie viel er ins Glas bekommt."

Der Verbraucher scheint also vor kreativen Füllmengen wie 0,31, 0,79 oder gar 0,44 Liter verschont zu bleiben. 0,97 Liter Bier zum Preis einer Maß hätte der bayerische Biertrinker auch kaum verkraftet.

© Süddeutsche.de/dpa/jhal/kjan

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