Private-Equity-Investoren:Auch Chefs fliegen

Lesezeit: 3 min

Der Armaturenhersteller Grohe oder der Brillenmacher Rodenstock waren einst erfolgreiche Familienunternehmen. Doch die Eigentümer waren entweder unfähig oder zu zerstritten, um ihren Firmen eine Zukunft bieten zu können. Zum Schrecken der Belegschaften boten sich allein private Investment-Gesellschaften als Retter in der Not an. Viele bekannte Namen gäbe es ohne Private-Equity-Investoren gar nicht mehr. Ein prominentes Beispiel ist der amerikanische Autohersteller Chrysler, der nach der Trennung von Daimler im Jahr 2007 von einer vermeintlichen Heuschrecke gekauft wurde.

Der Einstieg von Cevian bei Thyssen-Krupp dürfte auf die realistische Einschätzung zurückgehen, dass der Traditionskonzern durch Missmanagement in die Krise getrieben wurde und in Wahrheit noch Reserven in dem Unternehmen stecken. Das sollten auch die Gewerkschaften gelassen sehen. Wo schlechtes Management die Sicherheit der Arbeitsplätze gefährdet, kann die Zerschlagung und der Weiterverkauf einzelner Unternehmensteile für Mitarbeiter besser sein als das krampfhafte Festhalten an der alten Unternehmensstruktur.

Positive Ergebnisse

Private-Equity-Firmen sorgen für Druck auf das Management. Sie suchen eine gute Verzinsung für ihr Kapital und müssen verhindern, dass es sich die Chefs in ihren Gewohnheiten bequem machen. Das muss kein Fehler sein. Die Investoren haben zunehmend eingesehen, dass es nicht immer sinnvoll ist, den letzten Prozentpunkt aus der Gewinnmarge herauszuquetschen, wenn damit die langfristige Perspektive beschädigt wird. Untersuchungen zeigen, dass heute der größte Teil der Investitionen von Private-Equity-Firmen positive Ergebnisse bringt.

Übrigens müssen sich, wo Privatinvestoren am Werk sind, nicht nur die Arbeitnehmer Sorgen machen. Die Chefs fliegen in Heuschrecken-Firmen schneller raus als anderswo. Auch das muss nicht immer ein Fehler sein.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB