Umweltschutz Auch vermeintlich umweltfreundliche Tüten helfen kaum

Einige Hersteller geben derweil vor, mit der Tüte aus Recyclingmaterial eine umweltfreundliche Alternative kreiert zu haben. Darunter ist auch der größte Plastiktütenhersteller Europas, die Firma Papier-Mettler. In einem Werbevideo wird ihr Modell "Ecoloop", das aus Verpackungsfolie-Abfällen hergestellt wird, als nachhaltig, sogar umweltfreundlich beschrieben, ihre CO₂-Bilanz sei "sehr positiv". Wie viele Ecoloop-Tüten das Unternehmen produziert und wie sie sich genau zusammensetzen, möchte Mettler nicht preisgeben.

Laut Thomas Fischer von der Umwelthilfe ist jedoch auch dieses Produkt keineswegs umweltfreundlich. Die CO₂-Emissionen bei der Herstellung fielen lediglich um 45 Prozent geringer aus als bei herkömmlichen Tüten; Chemikalien, Energie und Wasser seien für die Herstellung in ähnlichem Umfang nötig.

"Und der unreflektierte massenhafte Konsum wird dadurch auch nicht verringert", kritisiert Fischer. Das könne nur eine Abgabe leisten. Falls die am Ende greift, werde auch die Firma Mettler mit der vermeintlichen Öko-Tüte umdenken müssen. "Die Geschichte vom geschlossenen Materialkreislauf für Plastiktüten ist ein Märchen. Aus einer alten Plastiktüte wird keine neue", sagt Fischer.

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Das Recycling von Plastiktüten funktioniert - noch - nicht

Auch für die Tüten, die in Oberbayern von der Abzugshaube sortiert wurden, sieht es schlecht aus. Ihr Weg führt nach Österreich, in die Fabrik des Unternehmens Walter Kunststoffe, wo sie eingeschmolzen und zu neuer Folie verarbeitet werden. Gesellschafter Martin Dupal sagt: "Der Großteil von dem, was hier ankommt, sind Industriefolien" - kaum Tüten. "Sieben Prozent der Tragetaschen sollen im gelben Sack landen? Das ist extrem wenig, meiner Meinung nach aber immer noch Wunschdenken." Von dem Plastik, was bei ihm ankomme, betrage der Tüten-Anteil höchstens zwei bis drei Prozent.

Das Recycling von Plastiktüten funktioniert also - noch - nicht. Auch deswegen will die EU den Verbrauch reduzieren, was automatisch zu einer verringerten Herstellung führt. Für den Verbraucher ist die Sache im Prinzip hingegen ganz einfach. Wenn er keine Plastiktüte entgegennimmt, muss er weder dafür zahlen noch sich Gedanken machen, was damit passiert.

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