Plastikmüll Grüne wollen Pfand auf alle Flaschen

Flasche leer: Für viele Plastikflaschen gilt ein Pfand von 25 Cent, doch Säfte sind beispielsweise pfandfrei.

(Foto: Sebastian Kahnert/dpa)

Im Kampf gegen den Plastikmüll fordert die kleinste Oppositionspartei, den Flaschenpfand auszuweiten. Auch sollen fast alle Läden alle Flaschen zurücknehmen.

Die Grünen fordern eine Vereinfachung des deutschen Pfandsystems und eine Abgabe auf Einweg-Flaschen für Getränke. "Wir wollen die Pfandsysteme so vereinheitlichen, dass jeder Laden ab einer bestimmten Größe auch alle Flaschen zurücknimmt", heißt es in einem Aktionsplan gegen Plastikmüll, den Fraktionschef Anton Hofreiter vorgestellt hat.

Die Grünen wollen das Pfandsystem auf alle Einweg-PET-Flaschen ausweiten. Bisher gibt es Ausnahmen, zum Beispiel für Fruchtsäfte. Mit den Einnahmen aus einer Einweg-Abgabe wollen die Grünen Mehrwegprojekte fördern. Auch würde die kleinste Oppositionsfraktion im Bundestag gerne die Industrie dazu bringen, "vermehrt auf materialsparende Nachfüllbeutel zu setzen anstatt auf massive Plastikflaschen".

Zudem unterstützen sie einen Vorschlag aus Brüssel, bestimmte Wegwerf-Produkte aus Plastik zu verbieten. "Dazu gehören etwa Einweg-Plastikgeschirr, Strohhalme, Watte- und Rührstäbchen oder Luftballonhalter", schreibt die Bundestagsfraktion. Für Einweg-Produkte, die von dieser Initiative nicht erfasst sind, fordert sie ebenfalls eine Abgabe, etwa auf Plastiktüten, Coffee-To-Go-Becher und Take-Away-Essensverpackungen. Auch "überdimensionierte Schummel-Verpackungen" will die Fraktion abschaffen, um die Müllberge zu verkleinern. "Plastik gefährdet die Umwelt und die Gesundheit", sagte Hofreiter. "Wir müssen die Plastikflut bekämpfen. Wenn wir nicht schnell handeln, ist die Funktionsfähigkeit des Ökosystems Meer bedroht."

Deutschland schmeisst weg Mehr Wege für Pfand

Recycling

Mehr Wege für Pfand

Das deutsche Pfandsystem verwirrt die Kunden, sie kaufen Einwegflaschen. Über eine EU-Regelung wird nicht einmal geredet. Dabei sind die Vorteile von Mehrwegverpackungen eindeutig - nicht nur für die Umwelt.   Von Esther Widmann