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Passagierzahlen:Deutsche Bahn fährt Rekord ein

Zum ersten Mal sind in einem Halbjahr mehr als eine Milliarde Passagiere mit der Deutschen Bahn gefahren. Doch ein Konjunktureinbruch könnte den Güterverkehr hart treffen. Der Börsengang spielt für die Bahn derzeit überhaupt keine Rolle mehr.

Die Bahn griff zu Wetter-Vokabeln, um einen Rekord zu präsentieren. "Das Wetter ist schön, die Zahlen sind gut", freute sich Deutsche-Bahn-Finanzvorstand Richard Lutz. Er konnte verkünden, dass das Unternehmen zum ersten Mal in einem Halbjahr mehr als eine Milliarde Menschen transportiert hat. Umsatz und Gewinn des Staatskonzerns steigen leicht. Doch auch bei der Bahn könnten bald dunklere Wolken aufziehen: Auch sie spürt im ersten Halbjahr die schwächelnde Konjunktur.

Der Zuwachs an Passagieren von Januar bis Juni lag zwar gegenüber dem Vorjahreszeitraum bei vier Prozent. Doch der Güterverkehr hat deutlich an Dynamik verloren. Das Unternehmen kürzte daher seine Umsatzerwartung für das Gesamtjahr: auf 39 statt bisher 40 Milliarden Euro.

Das Betriebsergebnis stieg in der ersten Jahreshälfte dennoch um 17 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro, was vor allem dem Rekord beim Personenverkehr zu verdanken war. Internen Unterlagen zufolge soll der Betriebsgewinn weiter 2,75 Milliarden Euro betragen.

Diese Zahlen liegen in der Größenordnung von Dax-Konzernen - doch ein Börsengang ist für die Bahn derzeit kein Thema, sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube. "Ich persönlich halte von einem Börsengang zurzeit überhaupt nichts", sagte er im ZDF. "Wir haben noch viele Hausaufgaben vor uns. Die werden erst gemacht, und dann sehen wir weiter", ergänzte er.

Anfang der Woche hatte sich die Bahn mit den Lokführern im Tarifkonflikt geeinigt. Die mehr als 20.000 Lokführer erhalten rückwirkend zum 1. Juli 3,8 Prozent mehr Geld für 16 Monate. Vom 1. November 2013 an kommen weitere 2,4 Prozent hinzu. Die Laufzeit beträgt 24 Monate. Die betriebliche Altersvorsorge wird um ein Prozent erhöht. Gewerkschaft und Arbeitgeber einigten sich bereits in der zweiten Verhandlungsrunde, somit wird es keine Warnstreiks geben.

© Süddeutsche.de/Reuters/bbr/hgn

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