Arbeit:3,4 Millionen Deutsche haben Nebenjobs

DGB Nord warnt vor 'Mainz-Falle' auch in anderen Branchen

Eine von vielen Nebentätigkeiten: Kellnern.

(Foto: Axel Heimken/dpa)
  • Die Zahl der Nebenjobs ist in Deutschland in den vergangenen fünfzehn Jahren stark gestiegen.
  • Die allermeisten dieser Beschäftigten sind auf das Geld angewiesen, andere wiederum üben Nebenjobs auch zum Spaß aus.

Immer mehr Menschen in Deutschland haben einen Nebenjob. Die Zahl der Mehrfachbeschäftigten ist innerhalb von 15 Jahren kontinuierlich von knapp 1,4 auf etwa 3,4 Millionen Mitte vergangenen Jahres gestiegen. Das geht aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Die meisten Betroffenen (2,9 Millionen) kombinieren eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit mindestens einem Minijob. In knapp 330 000 Fällen werden mindestens zwei sozialversicherungspflichtige Jobs kombiniert.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sabine Zimmermann, die die Anfrage gestellt hat, sagte der dpa: "Für immer mehr Beschäftigte reicht das Einkommen aus einem Job nicht mehr aus." Die allermeisten der 3,4 Millionen Arbeitnehmer "dürften aus purer finanzieller Not mehr als einen Job haben und nicht freiwillig".

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die Forschungseinrichtung der Bundesagentur, weist darauf hin, dass Nebenjobber im Schnitt in ihrem Hauptjob deutlich weniger verdienten als Menschen ohne Nebenjob. Nach einer Studie des Instituts bekommen Nebenjobber in ihrer Hauptbeschäftigung im Schnitt etwa 570 Euro im Monat weniger als Personen mit nur einem Job. Das deute darauf hin, dass viele der Nebenjobber auf das zusätzliche Geld angewiesen sind.

Eine IAB-Studie stellt fest, dass es neben finanziellen Motiven auch andere Gründe für einen Zweitjob gibt, etwa den Hauptjob um Tätigkeiten zu ergänzen, die Spaß machen oder Prestige einbringen. "Beispiele sind der Universitätsprofessor, der als Berater in Wirtschaft oder Politik tätig ist, oder aber der Fließbandarbeiter, der abends gegen Entgelt Konzerte mit der Band gibt", sagt der IAB-Forscher Enzo Weber.

© SZ.de/dpa/fued/edi
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