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Nahaufnahme:Thriller aus Athen

Zur Griechenlandrettung sagt er heute: „Es ist klar, die finanziellen Einschnitte waren zu tief und es ging zu schnell.“ Giorgos Papakonstantinou.

Ex-Finanzminister Giorgos Papakonstantinou erinnert sich. "Persona non grata" sei er in seinem Land, ein "Verräter", weil er 2010 das erste Kreditprogramm unterschrieb.

Von Christiane Schlötzer

Neun griechische Finanzminister hat Wolfgang Schäuble in acht Amtsjahren erlebt. Einer trug Motorradkluft und blieb als Feuersturm im Gedächtnis: Yanis Varoufakis. Der erste in der langen Reihe war Giorgos Papakonstantinou, er könnte mit randloser Brille und schwarzem Anzug auch Absolvent eines Priesterseminars sein. Das seriöse Äußere hat ihm wenig genutzt. "Persona non grata" sei er in seinem Land, ein "Verräter", weil er zu Beginn von Griechenlands Höllensturz 2010 das erste Milliardenkreditprogramm unterschrieb, sagt er. Das eisenharte Sparpaket, das auf die Kredite folgte, heißt in Athen "Memorandum", und Papakonstantinou gilt als sein Architekt. "Es ist klar", sagt der 55-jährige Ökonom heute, "die finanziellen Einschnitte waren zu tief, und es ging zu schnell."

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