Elon Musk Tesla-Chef muss zum Rapport bei US-Börsenaufsicht

  • Der börsenbewegende Tweet von Tesla-Chef Elon Musk, in dem er über eine Privatisierung des Unternehmens spekulierte, interessiert offenbar die Behörden.
  • Einem Medienbericht zufolge hat die US-Börsenaufsicht SEC den Tesla-Chef und neun weitere Vorstandsmitglieder nach einer ersten Prüfung vorgeladen.

Nach der aufsehenerregenden Ankündigung einer möglichen Tesla-Privatisierung hat die US-Börsenaufsicht SEC dem Chef des Elektroautobauers, Elon Musk, offenbar eine Vorladung geschickt. Die Behörde wolle von Musk und den anderen neun Tesla-Vorständen Informationen über einen potenziellen Börsenrückzug, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person. Die Börsenaufsicht wollte dies auf Nachfrage nicht kommentieren. Tesla war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Börsenaufsicht hatte in der vergangenen Woche eine Untersuchung eingeleitet, nachdem Tesla-Chef Elon Musk am 7. August via Twitter Investoren mit Gedankenspielen über einen möglichen Börsenrückzug überraschte. Er denke darüber nach, Tesla bei einem Kurs von 420 Dollar zu privatisieren, twitterte Musk. Die Finanzierung dafür sei gesichert.

Nach dem aufsehenerregenden Tweet hatte die Tesla-Aktie um bis zu elf Prozent zugelegt und damit Investoren zu schaffen gemacht, die auf einen Niedergang der Papiere gesetzt hatten. In den Folgetagen ging es für die Aktie aber wieder abwärts.

Nicht nur die SEC hegt Zweifel am Wahrheitsgehalt von Musks Tweet

Beobachter werten die SEC-Vorladung als Zeichen dafür, dass die Aufseher nun formale Untersuchungen zum Wahrheitsgehalt von Musks Tweet einleiten. Normalerweise verbreiten Chefs börsennotierter Unternehmen wichtige Firmennachrichten, die Auswirkungen auf den Aktienkurs haben könnten, außerhalb der Handelszeiten als Pflichtmitteilungen, sogenannte regulatory filings. Sie sind dafür an bestimmte Regeln gebunden. Dass ein Firmenchef eine solch wichtige Nachricht über ein soziales Netzwerk verkündet, ist ungewöhnlich. Auch deswegen will die SEC prüfen, ob die Erklärung von Musk wirklich ernst gemeint war.

Für besonderen Argwohn hatte gesorgt, dass Musk zunächst nur von einer gesicherten Finanzierung sprach, ohne Details zu nennen. Erst Stunden später hatte Musk in einer Mitteilung an die Tesla-Mitarbeiter erklärt, dass er mit Saudi-Arabiens Staatsfonds über eine Finanzierung des Börsenabgangs spreche. Der Deal würde aus Sicht von Analysten zwischen 25 und 50 Milliarden Dollar erfordern.

Ärger droht Tesla indessen nicht nur von den Aufsichtsbehörden. Mittlerweile gibt es auch Klagen von mindestens zwei Anlegern, die Musk vorwerfen, mit seinem Tweet gegen das Gesetz verstoßen zu haben. Sollte Musk tatsächlich geblufft haben - etwa um Spekulanten eins auszuwischen, die gegen die Aktie wetten -, könnte dies bereits als Marktmanipulation gelten.

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