Verstöße gegen Tierschutz McDonald's und Tierschützer zeigen Schlachthof an

Der Schlachthof, gegen den die Anzeige gerichtet ist, belieferte McDonald's.

(Foto: REUTERS)
  • Bei dem Fall gehe es um den Verdacht des Verstoßes gegen den Tierschutz, teilten das Unternehmen und der Verein Soko Tierschutz mit.
  • Der Schlachthof in Baden-Württemberg wurde von den Behörden geschlossen.
  • Der Betrieb gehört zur Firma OSI, einem Lieferanten von McDonald's.

Die Fastfoodkette McDonald's und Tierrechtsaktivisten haben nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen Verantwortliche eines Schlachthofs des bayerischen Nahrungsmittelkonzerns OSI gestellt. Es gehe um den Verdacht des Verstoßes gegen den Tierschutz, teilten das Unternehmen und der Verein Soko Tierschutz mit. Die Staatsanwaltschaft Mosbach bestätigte auf Nachfrage, dass eine entsprechende Anzeige eingegangen sei.

Der Schlachthof in Tauberbischofsheim in Baden-Württemberg wurde von den Behörden geschlossen. Vom Veterinäramt gesichtete Überwachungsvideos hätten Anlass zum sofortigen Handeln gegeben, sagte ein Sprecher des Landratsamts. Der Schlachthof gehört zur Firma OSI mit Europa-Sitz in Gersthofen bei Augsburg. OSI ist ein Lieferant von McDonald's.

Mängel schon seit 2015 bekannt

Täglich wurden dort laut Landratsamt etwa 200 Rinder geschlachtet. McDonald's bezog nach eigenen Angaben 30 Prozent des Fleisches. OSI kündigte eine Untersuchung und ein erneutes Training bezüglich der firmeneigenen Tierwohlstandards an: "Auch wenn wir das Videomaterial nicht gesehen haben, finden wir die Anschuldigungen beunruhigend und haben die Produktion im Schlachthof (...) vorübergehend gestoppt."

Anlass für die Schließung waren vom Verein Soko Tierschutz mit versteckten Kameras gedrehte Bilder. Darauf ist unter anderem zu sehen, dass sich Rinder beim Einstich in den Hals und beim Ausbluten bewegen - das hält der Vorsitzende Friedrich Mülln für einen Hinweis darauf, dass sie nicht richtig betäubt sind. Er spricht von "verheerenden Tierschutzzuständen". Ein McDonald's-Sprecher sagte: "Die uns vorgelegten Aufnahmen aus dem Schlachthof beinhalten auch aus unserer Sicht gravierende Verfehlungen in dem Schlachtbetrieb. Dies ist für uns nicht akzeptabel."

Der Schlachthof, in dem schon 2015 Mängel angemahnt worden waren, bleibt nun nach Behördenangaben geschlossen, bis die Einhaltung des Tierschutzes sichergestellt ist.

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