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McDonald's in China:Burger gegen Hähnchenschenkel

Jeden zweiten Tag eine neue Filiale? Das ist McDonald's nicht genug. Der Fast-Food-Konzern will in China Marktführer Yum Brands verdrängen - doch bei der Strategie gibt es ein Risiko.

In Deutschland ist das goldene M überall: In Fußgängerzonen, an Autobahnausfahrten, in Kleinstädten, in Großstädten, im Gewerbegebiet und auf der grünen Wiese findet man McDonald's-Filialen. Ganz anders in China. Dort dominiert bisher der größte Konkurrent der Fast-Food-Kette, Yum Brands, der unter anderem Kentucky Fried Chicken (KFC) betreibt. Das will McDonald's nun ändern.

TRAFFIC PASSES MCDONALDS

Knapp über 1200 McDonald's-Filialen gab es Ende 2010 in China. Dem Fast-Food-Konzern ist das nicht genug.

(Foto: AP)

"Spätestens in drei oder vier Jahren wollen wir pro Tag ein neues Restaurant eröffnen", sagt Peter Rodwell, der Asien-Chef der Kette in der Zeitung Singapore today. Das schafft bisher nur Yum Brands mit KFC. McDonald's gelingt es laut Rodwell nur, jeden zweiten Tag eine Filiale zu eröffnen. Ende 2010 gab es deswegen 3200 KFC-Restaurants - und gerade einmal 1100 Mc-Donald's-Filialen. Doch McDonald's will aufholen: Bis 2013 sollen es, so rechnet Rodwell, 2000 Restaurants sein.

Erreichen will das Unternehmen dieses Ziel vor allem durch den Ausbau von Franchising. Bisher werden nur sechs McDonald's-Filialen von Franchise-Nehmern betrieben, den Rest führt der Konzern selbst. In sechs Jahren sollen es schon 20 Prozent aller Restaurants sein. Doch Franchise ist in China nicht ganz ohne Risiko. "Ein häufiges Problem ist, dass die Franchise-Nehmer schnelles Geld wollen, aber nicht die nötigen Fertigkeiten haben, ein Unternehmen erfolgreich zu betreiben", sagt die Marktanalystin Michelle Chen der Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Konzern müsse deswegen "von Anfang an alles richtig machen, bevor er in einem größeren Maßstab weiter macht."

McDonald's ist nicht der einzige Konzern in der Lebensmittelbranche, der nach dem chinesischen Markt greift. Erst Anfang Juli hatte Nestlé sich in die chinesische Firma Hsu Fu Chi International eingekauft, um seine bestehende Produktpalette - hauptsächlich Instantkaffee und Milchpulver - zu ergänzen. Und auch Yum Brands feiert nicht nur mit KFC Erfolge - das US-Unternehmen beteiligt sich an einer beliebten Suppenküchen-Kette.

Das Engagement lohnt sich. Das stetige Wirtschaftswachstum macht die chinesischen Verbraucher hungrig nach Konsum. Allein im Jahr 2010 wuchs der Gesamtumsatz in der Fast-Food-Branche um zwölf Prozent. 60 Milliarden Yuan, das sind umgerechnet 9,3 Milliarden US-Dollar, investierten die Chinesen in Burger, Pizza und Co, errechneten die Marktforscher von Euromonitor International. Marktführer ist Yum Brands mit 40 Prozent, McDonald's kam auf gerade einmal 16 Prozent.

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