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Lizenzentscheidung:Burger King arbeitet weiter mit russischem Investor

Burger King

Eigentlich wollte Burger King neue Betreiber für die insolventen Filialen. Nun darf aber doch der bisherige Eigner Kolobov das Logo des amerikanischen Burger-Braters weiter nutzen.

(Foto: dpa)
  • Der neue Betreiber der insolventen Burger-King-Filialen ist zugleich der alte: der Russe Alexander Kolobov.
  • Damit nimmt die Hängepartie um die Schnellrestaurants eine unerwartete Wende. Denn eigentlich sollten die Filialen an andere alteingesessene Franchise-Nehmer gehen.
  • Die von Kolobov und seinem damaligen Geschäftspartner betrieben Filialen waren vergangenes Jahr nach schwerwiegenden Vorwürfen und massiven Druck von Arbeitnehmervertretern insolvent gegangen.

Von Max Hägler und Christoph Giesen

Alter Betreiber bleibt dauerhaft

Die Hängepartie um die insolventen Burger-King-Filialen scheint beendet - allerdings mit einem kuriosen Ergebnis: Ausgerechnet der frühere Miteigentümer der Yi-Ko-Holding, der Russe Alexander Kolobov, hat die Lizenzen für den Betrieb der 84 Filialen erhalten, teilte Burger King Deutschland mit.

Zuvor hatte Kolobov im Zuge des Insolvenzverfahrens seinen Geschäftspartner und Yi-Ko-Miteigentümer Ergün Yildiz heraus gedrängt und die Geschäfte auf eigene Faust weitergeführt - allerdings ohne endgültige Genehmigung. Die Pleite wendete er in letzter Sekunde ab, indem er kurzfristig 15 Millionen Euro bereitstellte, um die Yi-Ko-Gläubiger zu befriedigen.

Yildiz war zuvor für das operative Geschäft der Filialen zuständig gewesen.

Schwere Vorwürfe aus den Schnellrestaurants

Ursprünglich hatte man in der Burger-King-Zentrale einen kompletten Eigentümerwechsel angestrebt. Alteingesessene deutsche Geschäftspartner sollten die insolventen Restaurants übernehmen. Wieso das nun offensichtlich nicht klappte, blieb vorläufig unklar.

Eigentlich waren die Erfahrungen mit Kolobov und Yildiz nicht dazu angetan, die Geschäftsbeziehung fortzusetzen. Über altes Gemüse, ungeeignete Küchengeräte und Mobbing gegen Mitarbeiter berichteten Arbeitnehmervertreter in zahlreichen Filialen von Burger King im vergangenen Jahr. Yi-Ko als größter deutscher Franchisenehmer von Burger King mit Dutzenden Schnellrestaurants und 3000 Mitarbeitern hatte das Gastronomie-Handwerk offensichtlich nicht verstanden. Nach großem Druck musste die Firma Insolvenz anmelden - die Muttergesellschaft Burger King Deutschland wollte daraufhin aufräumen.

Neuer Geschäftsführer

Nun ist aus dem Schwebezustand mit Kolobov offenbar wieder etwas Fixes geworden - und aus der Yi-Ko Holding die Schloss Burger GmbH: Seit Kolobov Ende 2014 die alleinige Kontrolle übernahm, habe er "essenzielle Maßnahmen" umgesetzt, teilte die Burger-King-Zentrale mit, etwa faire Arbeitsbedingungen geschaffen und ein professionelles Managementteam berufen. Als Geschäftsführer beschäftigt Kolobov so nun Denis Korabljov, ebenfalls ein Russe. "Wir sind zuversichtlich, dass Korabljov unermüdlich daran arbeiten wird, eine erfolgreiche Zukunft für die 84 Restaurants sicherzustellen", sagte Burger-King-Deutschlandchef Andreas Bork.

Deutschlandweiter Lieferservice

Erst am Montag hatte Burger King bekanntgegeben, mit einem eigenen Online-Lieferservice anderen Bringdiensten Konkurrenz machen zu wollen. In den kommenden zwei Jahren sollen bundesweit mehr als 200 der insgesamt rund 700 Filialen des McDonald's-Rivalen den Service anbieten, wie Burger King in München mitteilte.

Burger King hat den Lieferservice seit Jahresbeginn in acht Städten getestet. Da in jedem Schnellrestaurant bis zu fünf Mitarbeiter für die zusätzlichen Aufgaben eingestellt würden, rechnet das Unternehmen mit 1000 zusätzlichen Arbeitsplätzen. Kunden können ihre Bestellung im Internet aufgeben, die Lieferung erfolgt dann aus einer Filiale. Über eine Abfrage der Postleitzahl können Kunden sehen, ob der Service bei ihnen verfügbar ist.

© SZ.de/sry
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