bedeckt München

Knorr-Bremse:"Jeder Mitarbeiter soll 7000 Euro Sonderausschüttung bekommen"

Manufacture At Knorr-Bremse AG Ahead Of Brake Makers IPO

Die Aktien des Weltmarktführers bei Zug- und Lkw-Bremsen werden zu je 80 Euro ausgegeben.

(Foto: Matthias Doering/Bloomberg)
  • Knorr-Bremse geht an die Börse - der Preis je Aktie wurde auf 80 Euro festgelegt.
  • Der Vorstand von Knorr-Bremse lehnt eine Beteiligung der Mitarbeiter ab.
  • Die IG Metall hält dagegen. Das Unternehmen sei außerordentlich erfolgreich, was auch am weit überproportionalen Engagement der Kolleginnen und Kollegen liege.

Von Dieter Sürig

Einen Tag vor dem Börsengang des Fahrzeugzulieferers Knorr-Bremse fordern die bei der Gewerkschaft IG Metall organisierten Mitarbeiter, an dem Erlös des Aktienverkaufs beteiligt zu werden. "Jeder Mitarbeiter soll 7000 Euro Sonderausschüttung bekommen, was zwei durchschnittlichen Facharbeiterentgelten entspricht", heißt es in einer Erklärung.

Der Vorstand lehne dies bisher aus prinzipiellen Gründen ab. Die IG Metall hält dagegen: "Das Unternehmen ist außerordentlich erfolgreich, dies liegt auch am weit überproportionalen Engagement der Kolleginnen und Kollegen", sagt der IG-Metall-Unternehmensbeauftragte Sebastian Roloff. "Es ist nur angemessen, wenn die Beschäftigten jetzt wenigstens am Erlös des Börsengangs beteiligt werden."

Roloff, der auch Mitglied des Aufsichtsrats bei Knorr-Bremse ist, sieht eine Mitarbeiterbeteiligung auch positiv für das Image des Unternehmens. "Bisher dominieren 42-Stunden-Woche, keine Tarifbindung und sehr hohe Anforderungen das Bild der Knorr-Bremse im Betrieb und in der Öffentlichkeit. Eine Mitarbeiterbeteiligung wäre ein geschickter Weg, aus dieser Lage rauszukommen."

Knorr-Bremse hatte den Preis je Aktie am späten Mittwochabend auf 80 Euro festgelegt. Es werden 48,36 Millionen Aktien platziert, der Erlös würde sich also auf knapp 3,9 Milliarden Euro belaufen. Der Wert des Unternehmens würde auf dieser Basis etwa 12,9 Milliarden Euro betragen. 70 Prozent der Anteile werden im Besitz der Familie von Heinz Hermann Thiele verbleiben, 30 Prozent wären nach dem Börsengang in Streubesitz.

© SZ.de/vit/hgn

SZ PlusVW-Chef Herbert Diess im Interview
:"Wir als Autoindustrie haben zu spät reagiert"

VW-Chef Herbert Diess über Diesel-Fahrverbote, untätige Oberbürgermeister und seine Sympathie für die Demonstranten im Hambacher Forst.

Von Max Hägler und Angelika Slavik

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite