Gehalt der Deutsche-Bank-Chefs Jain und Fitschen verdienen 2,7 Millionen mehr

Jürgen Fitschen und Anshu Jain können sich freuen: Im vergangenen Jahr verdienten sie deutlich mehr als 2012.

(Foto: Bloomberg)

Für Anshu Jain und Jürgen Fitschen war 2013 ein gutes Jahr. Die Vorstandschefs der Deutschen Bank verdienten je 7,5 Millionen Euro - deutlich mehr als 2012. Vier Mitarbeiter mussten hingegen auf ihre Boni-Ansprüche verzichten.

Von Andrea Rexer

Es hat seine Vorteile, wenn man das Gehalt nicht ganz so stark an den Unternehmensgewinn knüpft - vor allem, wenn die Geschäfte schlecht laufen. Das zeigt sich gerade bei der Deutschen Bank: Das Ergebnis ist noch lange nicht dort, wo es Anshu Jain und Jürgen Fitschen gern sehen würden und trotzdem verdienten die beiden Vorstandschefs der Bank deutlich mehr als im Jahr zuvor: 2013 bekamen sie jeweils 7,5 Millionen Euro, 2012 waren es nur 4,8 Millionen gewesen. Die Gesamtvergütung der sieben Vorstände betrug 38,5 Millionen Euro, nach 26,3 Millionen Euro im Vorjahr. Das ist ein Plus um 50 Prozent.

Den Anstieg erklärt die Bank mit zwei Argumenten: Einerseits seien durch die Umstellung des Vergütungsmodells die individuellen Ziele wichtiger geworden als das Ergebnis der Bank. Und zum Zweiten sind die Vorstände 2012 erst im Juni angetreten - das Vorstandsgehalt wurde damals also nur für sieben Monate gezahlt. Rechnet man diesen Faktor heraus, liegt die Summe tatsächlich nicht mehr so viel höher.

Vier Mitarbeiter mussten im Jahr 2013 sogar auf Boni-Ansprüche verzichten, geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht hervor. Sie haben den Angaben zufolge gegen interne oder regulatorische Auflagen verstoßen. 17 weitere Mitarbeiter stehen in diesem Zusammenhang unter Beobachtung. Um welche Fälle es sich handelt, will die Bank nicht verraten. Das Institut hat im Zusammenhang mehrerer Affären bereits Mitarbeiter freigestellt: So etwa im Zusammenhang mit einem Umsatzsteuerbetrugskarussell und in der Devisenkursmanipulationsaffäre.

Die zahlreichen Rechtsstreitigkeiten sind es auch, die das Ergebnis des Instituts so stark belastet hatten. Im operativen Geschäft hingegen lief es gar nicht so schlecht, man habe sogar das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten abgeliefert, heißt es in der Bank. Zudem sei die Kapitaldecke gestärkt worden. Auch das soll eine Begründung für das Gehaltsplus liefern.

Dennoch muss sich die Bank etwas überlegen, wenn sie ihren beiden Vorstandschefs 2014 nicht weniger bezahlen will als 2013. Denn ab diesem Jahr gilt eine neue EU-Regel, die besagt, dass die Boni von Top-Bankern maximal doppelt so hoch sein dürfen wie ihr Fixgehalt. Jain und Fitschen liegen beide über dieser Schwelle: Von der Gesamtvergütung von 7,5 Millionen Euro sind jeweils nur 2,3 Millionen Euro Fixgehalt. Gut möglich, dass der Aufsichtsrat sich überlegen wird, ob er das Fixgehalt der beiden Chefs verändern will. Deren Verträge laufen noch bis Ende März 2017.