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Investor Windhorst:Ex-Wunderkind wegen Untreue verurteilt

"Aus Unbedarftheit und Unerfahrenheit:" Lars Windhorst galt als Vorzeige-Unternehmer, jetzt wurde er wegen Veruntreuung verurteilt - zu einem Jahr Haft auf Bewährung und 108.000 Euro Strafe.

Der Unternehmer Lars Windhorst ist am Donnerstag vom Berliner Landgericht wegen Veruntreuung von rund 930 000 Euro verurteilt worden. Der 33-jährige Manager erhielt ein Jahr Haft mit Bewährung und zusätzlich eine Gesamtgeldstrafe von 108 000 Euro.

Unternehmer Windhorst wegen Untreue verurteilt

Lars Windhorst: Der Kaufmann war umfassend geständig.

(Foto: dpa)

Der Geschäftsmann mit Wohnsitz in London hatte in den Jahren 2002 bis 2004 als Vorstand der Windhorst AG Gelder unberechtigt auf sein Privatkonto und Konten anderer Firmen seiner Unternehmensgruppe überwiesen.

Der Kaufmann war umfassend geständig und räumte in einem schriftlichen Statement Fehler aus "Unbedarftheit und Unerfahrenheit" ein. Er bedauere sehr. Sein zunächst erfolgreiches Unternehmen sei in große Schwierigkeiten geraten. Das Scheitern habe er nicht hinnehmen wollen. In seinem verzweifelten Rettungsversuch habe er die falschen Konsequenzen gezogen, erklärte Windhorst.

Fast die gesamte Summe hat Windhorst eigenen Angaben nach genutzt, um die Firma zu retten. Mehr als acht Millionen Euro aus Privatmitteln habe er in die AG investiert. Schulden in zweistelliger Millionenhöhe seien aufgelaufen. Nur einen ganz geringen Teil der veruntreuten Gelder nutzte der Manager eigenen Angaben nach "für die dringendsten persönlichen Bedürfnisse".

Im August hatte die Wirtschaftsstrafkammer nach Prozessabsprachen ein Betrugsverfahren gegen den einstigen Vorzeigeunternehmer endgültig eingestellt. Windhorst hatte zuvor Schadenswiedergutmachung an einen Hamburger Unternehmer geleistet, von dem er ein Darlehen in Höhe von zehn Millionen Euro erhalten hatte. An die Berliner Landeskasse war eine Million Euro geflossen.

Windhorst galt in den 90er Jahren als Wunderkind der Wirtschaft. Der Teenager hatte den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) auf einer Asienreise begleitet. Mit 16 Jahren hatte der gebürtige Westfale seine erste Firma gegründet. Zur Zeit arbeitet der Kaufmann in Großbritannien als Geschäftsführer einer internationalen Investmentgesellschaft.

© dpa/segi

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