Investor Sprengsatz im Briefkasten von George Soros gefunden

Feindbild der rechtsextremen Szene: George Soros.

(Foto: AP)
  • Im Briefkasten des US-Investors George Soros wurde am Montag ein Paket mit einem Sprengsatz gefunden.
  • Der US-Milliardär ist eine Hassfigur in der rechtsextremen Szene. Politiker wie Ungarns Premier Orbán attackieren ihn immer wieder. Die Angriffe haben häufig antisemitische Hintergründe.

Der US-Milliardär George Soros ist ein erfolgreicher Investor. In der rechtsextremen Szene ist er eine Hassfigur. Immer wieder steht er im Zentrum antisemitischer Verschwörungstheorien. Im Briefkasten seines Hauses in Katonah, Westchester County im Bundesstaat New York wurde nun ein Sprengsatz gefunden. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf Polizeiquellen. Ein Angestellter habe das Paket geöffnet, im Inneren habe es wie eine Bombe ausgesehen. Spezialisten hätten das Paket auf einem nahegelegenen Waldstück kontrolliert gesprengt; das FBI ermittle nun in alle Richtungen. Genauere Hintergründe sind bisher noch nicht bekannt.

Der 88-Jährige Soros hat ein Vermögen mit Börsengeschäften und Finanzwetten aufgebaut. In den vergangenen Jahren steckte er über seine Stiftung viel Geld in gemeinnützige Projekte, zum Beispiel zur Bildung und Förderung von Minderheiten. Im Präsidentschaftswahlkampf 2017 unterstützte er die demokratische Kandidatin Hillary Clinton. Wegen seines politischen Engagements für liberale Positionen ist Soros in den vergangenen Jahren zur Hassfigur von Rechten in den USA und in Europa geworden. Inzwischen werden zahlreiche Verschwörungstheorien über den Milliardär verbreitet, teils mit antisemitischen Motiven. Immer wieder wird Soros als reicher "Drahtzieher" hinter politischen Geschehen bezeichnet, häufig mit klaren Bezügen zu seinen jüdischen Vorfahren.

In Ungarn griff ihn die Regierung um Viktor Orbán immer wieder heftig an. Soros, der als Sohn ungarischer Juden in Budapest geboren wurde, plane einen politischen Umsturz, warf die ungarische Regierung ihm vor. Er habe unter anderem die Flüchtlingsbewegungen finanziert, behauptete Orbán. Die Regierung um die Fidesz-Partei verabschiedete sogar ein "Stop Soros" genanntes Gesetz, das Hilfe für Geflüchtete unter Strafe stellte. Soros' Stiftung Open Society Foundations hat sich inzwischen fast vollständig aus Ungarn zurückgezogen.

Auch US-Präsident Donald Trump bediente das Narrativ des politischen Strippenziehers wiederholt. Als vor einigen Wochen Tausende Menschen in den USA gegen die Nominierung des umstrittenen Juristen Brett Kavanaugh als Richter am höchsten US-Gericht protestierten, twitterte Trump, diese Menschen seien keine normalen Bürger. Er behauptete, sie seien professionelle Demonstranten, "bezahlt von Soros und anderen". Vertreter von Trumps Partei, den Republikanern, behaupteten zudem, Soros finanziere Flüchtlingsbewegungen aus Süd- und Mittelamerika in die USA, um das Land zu destabillisieren.

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