Immobilie im US-Bundesstaat Ohio:Keiner will diesen gewaltigen Korb

Immobilie im US-Bundesstaat Ohio: Gelegen zwischen einer Kiesgrube und einer Mulchfabrik: das Hauptquartier der Firma Longaberger

Gelegen zwischen einer Kiesgrube und einer Mulchfabrik: das Hauptquartier der Firma Longaberger

(Foto: Barry Haynes via Wikimedia Commons)

Das Gebäude im US-Bundesstaat Ohio ist faszinierend. Nur kaufen möchte es keiner - obwohl es mittlerweile zum Schnäppchenpreis zu haben ist.

Auf Google Maps kann man sich vergewissern: Außerhalb der kleinen Gemeinde Newark, etwa 70 Kilometer von Ohios Hauptstadt Columbus entfernt, steht tatsächlich mitten in der Landschaft ein gewaltiger Korb. Gebaut wurde er 1997 als Hauptsitz der Firma Longaberger für 32 Millionen Dollar. Und die möchte nur eines: das Gebäude losbekommen. Denn die Geschäfte der Firma - sie verkauft seit vielen Jahren tapfer Körbe - laufen gerade nicht so rund.

Die 17 000 Quadratmeter Bürofläche wurden vor 18 Monaten erstmals zum Verkauf angeboten. Damals sollten sie 7,5 Millionen Dollar kosten. Mittlerweile sind es nur noch fünf Millionen Dollar, aber auch dieses Angebot lockt keinen Käufer an, obwohl der Quadratmeterpreis mit etwa 294 Dollar nur halb so hoch ist wie in der Gegend üblich. Außerdem ist das Gebäude in der Gegend natürlich eine Attraktion.

Andererseits: Welches Unternehmen möchte sich mit einem Hauptquartier schmücken, das wie das Produkt einer anderen Firma aussieht? Und das nicht einmal besonders gut in Schuss ist: Von den mächtigen Henkeln blättert die Farbe ab.

Zwischen Kiesgrube und Mulchfabrik

Da kann Michael Guagenti von der Immobilenfirma Cushman & Wakefield noch so sehr versichern: "Nichts gibt einem das Gefühl, in einem Korb zu sein. Man fühlt sich wie in einem schönen Büro-Hochhaus." Die Käufer wissen eben auch, dass es in einer öden Gegend steht: zwischen einer Kiesgrube und einem Hersteller von Rindenmulch.

Zudem lässt sich der Korb nur schwer umbauen. Das Gebäude ist unten schmaler als oben. Und dann sind da ja noch die beiden Henkel, die jeweils etwa 75 Tonnen wiegen. Sie müssen im Winter beheizt werden, damit sich dort keine Eisplatten bilden, die herunterrutschen und Mitarbeiter verletzen könnten.

Immobilienmakler Guagenti hat sich mittlerweile Gedanken über andere Verwendungsmöglichkeiten gemacht. Ein Callcenter, eine Schule, sogar ein Hotel oder ein Kongresszentrum könnten in den Korb einziehen. Die Hoffnung, noch Firmen in der Region zu finden, die das Gebäude als neues Hauptquartier nutzen wollen, hat er fast aufgegeben: "Keine ist groß genug, es mit so einen Korb aufzunehmen."

© sz.de/vd mit Material von Bloomberg/hgn/jobr
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