Militärzulieferer:Milliardendeal in der Rüstungsbranche

Militärzulieferer: In den "F-35"-Tarnkappenjets von Lockheed Martin stecken Radargeräte des Rüstungsunternehmens Hensoldt.

In den "F-35"-Tarnkappenjets von Lockheed Martin stecken Radargeräte des Rüstungsunternehmens Hensoldt.

(Foto: Britta Pedersen/dpa)

Der Militärzulieferer Hensoldt will die Technologiefirma ESG übernehmen, die IT- und Elektroniksysteme für die Rüstungsbranche herstellt und betreibt.

Der Rüstungszulieferer Hensoldt steht nach eigenen Angaben vor der Übernahme des Militärdienstleisters ESG und plant dazu eine Kapitalerhöhung. Hensoldt sei "in exklusiven Verhandlungen über den Erwerb dieses herstellerunabhängigen Systemintegrators und Technologie- und Innovationspartners für Verteidigung und öffentliche Sicherheit", mit einem Abschluss sei bis Anfang Dezember zu rechnen, teilte das Unternehmen mit.

Um den Zukauf zu finanzieren, bereite Hensoldt eine Kapitalerhöhung um bis zu zehn Prozent vor, an der sich der Bund - entsprechend seiner Beteiligung an Hensoldt - zu einem Viertel beteiligen würde. Diese könnte zum aktuellen Kurs rund 280 Millionen Euro einbringen. Die Übernahme der ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH mit Sitz in München "wäre ein wichtiger Schritt für Hensoldt, ein europäischer Anbieter von nahtlos integrierten Lösungen zu werden", hieß es in der Mitteilung.

Das Unternehmen gehört seit 2016 dem Finanzinvestor Armira Partners, hinter dem reiche Familien und Unternehmen stehen. Vorher hatte es gemeinsam den Rüstungsanbietern Airbus, Rohde & Schwarz, Thales und Northrop Grumman gehört. ESG mit Firmensitz in München beschäftigt nach eigenen Angaben 1300 Mitarbeiter und hat im vergangenen Jahr 285 Millionen Euro umgesetzt. Das 1967 gegründete Unternehmen arbeitet unter anderem für die Bundeswehr und betreibt IT- und Elektroniksysteme. Mit Hensoldt arbeitet ESG bereits im Rahmen des europäischen Kampfflugzeug-Projekts FCAS zusammen.

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