Hauptstadtflughafen BER Mehdorn fährt nach erfolgloser Sitzung in Leitplanke

Flughafenchef Hartmut Mehdorn ist nach einer Aufsichtsratssitzung auf der Autobahn verunglückt - blieb aber unverletzt.

(Foto: dpa)

Unfall mit Sachschaden - so lautet quasi das Ergebnis der jüngsten BER-Aufsichtsratssitzung. Nach stundenlangen Gesprächen, in denen Flughafenchef Mehdorn mit seiner Bitte um mehr Geld scheiterte, fuhr er auf der Autobahn in eine Leitplanke.

Mehr als zwölf Stunden dauert die Sitzung. Hartmut Mehdorn, der Chef des neuen Berliner Flughafens BER, berät sich mit dem Aufsichtsrat. Es geht um die immer schwierige Lage des Flughafens, dessen Fertigstellung sich immer weiter nach hinten verzögert. Es geht um das Nachtflugverbot und um mehr Geld, das gebraucht wird, um die Arbeiten endlich fertigstellen zu können.

Bis kurz vor Mitternacht tagt das Gremium. Mehdorn steigt anschließend in seinen Dienstwagen, um nach Berlin zurück zu fahren. Bei Schönefeld will der 71-Jährige auf die Autobahn fahren, als der Wagen plötzlich von der Straße abkommt und auf die Seite kippt.

"Es kam zu einem Verkehrsunfall mit Sachschaden, aber ohne Personenschaden", wie ein Polizeisprecher später mitteile. Mehdorn sei unverletzt aus dem Auto geklettert. Ein Alkoholtest sei unauffällig verlaufen.

Hinter Mehdorn fährt Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der den Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft leitet und ebenfalls an der Sitzung teilgenommen hat. "Wowereit hat Mehdorn dann in seinem Auto mitgenommen", sagte der Polizeisprecher.

Mehdorn fordert 1,1 Milliarden Euro mehr

In den stundenlangen Gesprächen zuvor hat Mehdorn nach einem Bericht des Tagesspiegel die drei Gesellschafter Berlin, Brandenburg und den Bund um weitere 1,1 Milliarden Euro gebeten. Die sollen aber abgelehnt haben. Bislang liegt der Finanzrahmen bei 4,3 Milliarden Euro. Mehdorn zufolge ist das Geld am Jahresende aufgebraucht.

"Wir haben umfänglich über das Kostenthema gesprochen. Wir haben das Ergebnis erzielt, dass wir weiterdiskutieren", sagte Vize-Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider. Das soll nun, wie es in dem Bericht heißt, in zwei Wochen passieren.

Das Ergebnis der zähen Verhandlungen am Freitagabend lautet also: nur Blechschaden.