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Geldanlage:Goldpreis bricht alle Rekorde

(Foto: Robin van Lonkhuijsen/AFP)

Als eine der Ursachen gelten die extrem niedrigen Zinsen.

Von Hans von der Hagen

Schier unaufhaltsam wird Gold teurer. Nachdem der Goldpreis am Dienstag erstmals kurz die symbolische Marke von 2000 Dollar für eine Feinunze durchbrochen hatte, etablierte er sich am Mittwoch mit Kursen von mehr als 2040 Dollar deutlich über dieser Grenze. Allein in diesem Jahr hat sich damit der Preis um mehr als 30 Prozent erhöht. Begonnen hatte der Anstieg freilich schon früher. Zum Vergleich: Anfang des Jahres 2019 lag der Preis für eine Feinunze noch bei knapp unter 1300 Dollar, seit dem Frühjahr 2019 geht es nach oben. Auch der Preis für Silber zog zuletzt deutlich an und liegt nun mit rund 27 Dollar auf dem höchsten Stand seit April 2013.

Als eine der Ursachen für den anhaltenden Preisanstieg bei den Edelmetallen gelten die extrem niedrigen Zinsen, die seit Langem für eine Geldflut an den Märkten sorgen. Das viele Geld führt zu dem, was Experten eine Inflation der Vermögenspreise nennen: Es fließt in Immobilien, in Aktien oder eben in Gold - und treibt die Preise immer weiter nach oben. Zugleich fällt bei den niedrigen, teils gar negativen Renditen an den Anleihemärkten nicht mehr ins Gewicht, dass Gold keine Zinsen bringt . Darum scheint das Edelmetall, das auch als krisensichere Anlage gilt, derzeit für viele die bessere Wahl zu sein. Anleger sehen, dass sich Staaten hoch verschulden, um die Rettungspakete zur Eindämmung der Corona-Folgen zu finanzieren. Und sie fürchten, dass die Geldspritzen nicht ausreichen. Auch das spiegelt sich im steigenden Goldpreis wider.

© SZ vom 06.08.2020

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