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Flugverkehr:Panne im Luftraum

Eurocontrol startet 'intelligentes' Kontrollsystem für einheitliche Kontrolle des Luftraumes in Europa

Mitarbeiter der europäischen Flugsicherung Eurocontrol überwachen den Luftraum über Belgien, den Niederlanden, Luxemburg und dem nordwestlichen Teil Deutschlands.

(Foto: action press)

Ein Problem bei der Flug­siche­rung führt zu Ver­spä­tungen. Ein Not­fall­system verhinderte Schlimmeres.

Eine technische Panne bei der Europäischen Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol hat am Dienstag zu Beeinträchtigungen im europäischen Flugverkehr geführt. Das genaue Ausmaß der Panne blieb zunächst unklar, Eurocontrol sprach am Abend allerdings von möglichen Verspätungen bei rund 15 000 Flügen. Das sei etwa die Hälfte aller 29 500 Verbindungen, die für den Tag erwartet wurden.

Grund für die Probleme war nach Angaben der Behörde eine technische Störung am sogenannten Enhanced-Tactical-Flow-Management-System (ETFMS), mit dessen Hilfe die Kapazitäten im europäischen Luftraum geplant werden. Die Fluglinien melden ihre Flüge vorab an Eurocontrol. Die Flugaufsicht mit Sitz in Brüssel gleicht auf Basis dieser Daten die Kapazität im europäischen Luftraum mit dem tatsächlichen Flugaufkommen ab.

Die Ursache für die Störung wurde am Abend bereits identifiziert. Wie Eurocontrol mitteilte, seien die Daten von Flügen, die vor 12:26 Uhr angemeldet worden waren, verloren gegangen. Die Flugsicherung forderte die Fluglinien daher auf, die Daten erneut einzugeben. Das System werde "in den kommenden Stunden repariert, solange bis wir sicher sein können, das genügend Daten im System sind, um eine reibungslose Funktion zu gewährleisten", teilte Eurocontrol mit. Mit einer Normalisierung der Situation rechnete die Behörde erst für den späten Abend.

Wegen der Panne würden vorübergehend "Notfallverfahren" genutzt, teilte Eurocontrol mit. Dadurch reduziere sich "die Kapazität des europäischen Netzwerks um schätzungsweise zehn Prozent". Die Sicherheit im Flugverkehr sei durch die Störung nicht beeinträchtigt. Die Flughäfen in Amsterdam-Schiphol, Brüssel und Helsinki warnten Reisende, es könne zu Verzögerungen kommen.

Die Folgen für den deutschen Flugverkehr waren zunächst gering, die Flughäfen in Frankfurt und München meldeten nur wenige Verspätungen. Die Beeinträchtigungen seien "spürbar, aber sehr moderat", sagte auch ein Sprecher der Lufthansa. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) sprach ebenfalls nur von vereinzelten Verspätungen. Die Fluglotsen könnten wegen der Panne zwar auf bestimmte Daten nicht mehr zugreifen. Dafür würden sie nun aber - wie früher üblich - verstärkt telefonieren, um sich die Informationen zu den einzelnen Flugbewegungen zu übergeben.