Fluggesellschaft in Schwierigkeiten MH370 beschert Malaysia Airlines hohe Verluste

Das letzte Lebenszeichen vom Flug MH370 gab es am 8. März um 1.19 Uhr vom Copiloten aus dem Cockpit: "All right, good night".

(Foto: Chaideer Mayuddin/AFP)

Das Verschwinden von MH370 stürzt Malaysia Airlines auch in finanzielle Probleme. Dabei ist die zweite Katastrophe noch gar nicht eingerechnet.

  • Die Fluglinie Air Malaysia hat im zweiten Quartal hohe Verluste eingefahren.
  • Die Airline hat innerhalb weniger Monate zwei Passagiermaschinen verloren. Der Flug MH370 ist verschollen, MH17 wurde abgeschossen.
  • Die Verluste dürften im kommenden Halbjahr noch größer werden, wenn der Buchungsrückkgang nach dem Abschuss der Maschine über der Ukraine durchschlägt.

Katastrophales Quartal für Air Malaysia

Die von zwei Flugunglücken betroffene Airline hat im zweiten Quartal rund 75 Prozent mehr Verlust gemacht als im Jahr zuvor. Für die Zeit von April bis Juni steht ein Minus von knapp 306 Millionen Ringgit (73 Millionen Euro) in den Büchern. Im Vorjahresquartal lag der Verlust noch bei 175 Millionen Ringgit. Im März war eine Maschine der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden; noch immer fehlt jede Spur von dem Flugzeug.

Kosten des MH17-Abschusses noch nicht abzusehen

Malaysia Airlines warnte am Donnerstag, der Verlust werde sich im Laufe des Jahres wahrscheinlich noch erhöhen. Denn die finanziellen Folgen des Abschusses von MH17 würden erst im zweiten Halbjahr durchschlagen. Das Passagierflugzeug war am 17. Juli auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur über der Ukraine abgeschossen worden. Alle 298 Menschen an Bord wurden getötet.

Buchungen gehen drastisch zurück

Die Buchungen bei der Fluggesellschaft gingen in der Folge des Abschusses drastisch zurück. Das Verschwinden der MH370 habe schon zu einem Rückgang der Buchungen um knapp sieben Prozent geführt, teilte der Konzern mit. Nach dem Abschuss der MH17 über der Ukraine seien die Buchungen dann um 33 Prozent zurückgegangen; viele Passagiere hätten ihre Buchung zudem storniert.

Viele Mitarbeiter kündigen

In den ersten sieben Monaten haben 186 Malaysia-Mitarbeiter ihre Kündigung eingereicht, hatte das Unternehmen Anfang der Woche mitgeteilt. Viele Mitarbeiter hätten familiären Druck nach den Tragödien von Flug MH17 und Flug MH370 als Grund für die Kündigung genannt. Inzwischen hätten die Zahl der Kündigungen aber wieder "ein akzeptables und normales Niveau erreicht".

Die Zukunft des Unternehmens ist unsicher

Wie das Unternehmen die aktuelle Krise überleben soll, ist unklar. Anfang August kündigte der staatliche Fonds Khazanah Nasional daher an, er werde alle Anteile übernehmen und das Unternehmen komplett umbauen. Malaysia Airlines schrieb schon vor den beiden schweren Unglücken Verluste, wegen der hohen Personalkosten und der aggressiven Konkurrenz in Asien. Analysten zufolge muss der Staatsfonds die Führung austauschen, Stellen und einige Flugziele streichen, um das Unternehmen zu retten.

Neue Theorie zur Flugroute von MH370

Die australische Regierung geht inzwischen davon aus, dass die im März verschollene Maschine womöglich eher von ihrem Kurs abkam als bisher gedacht. Dies ergebe sich aus der nochmaligen Auswertung von Satellitendaten, sagte Vize-Regierungschef Warren Truss am Donnerstag.