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Flucht aus der Angstwährung:Goldpreis bricht ein wie seit 1920 nicht mehr

Weniger begehrt: Gold

(Foto: Imago)

Der Goldpreis erlebt einen historischen Einbruch - Investoren verkaufen, was das Zeug hält. Das liegt vor allem daran, dass in den USA die Zeichen endlich auf Erholung stehen. Zudem kaufen ausgerechnet jene Länder weniger Gold, die das Edelmetall traditionell besonders schätzen.

Die Aussicht auf ein Ende der Wirtschaftskrise bedeutet, dass Gold die Krise bekommt: Der Goldpreis ist am Mittwoch kräftig abgerutscht.

Weil die US-Notenbank ein Ende ihrer Geldschwemme angedeutet hat, verkaufen viele Investoren das Edelmetall. Der Goldpreis verlor der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge im laufenden Quartal etwa 22 Prozent - es ist der stärkste Einbruch innerhalb eines Quartals seit 1920.

Der Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) sank an der Börse in London an diesem Mittwoch um 2,07 Prozent auf 1250,31 Dollar. Er erreichte damit den tiefsten Stand seit September 2010.

Grund für den Kursrutsch sind wohl die überraschend starken Konjunkturdaten aus den USA. Die Aussicht auf wirtschaftliche Erholung lässt den Dollar steigen. In der größten Volkswirtschaft der Welt erholt sich der Immobilienmarkt weiter.

Die US-Verbraucher sind so zuversichtlich wie lange nicht mehr, und auch Unternehmen investieren wieder kräftig. Gold gilt als Angstwährung, in die Anleger in Krisen flüchten - und die sie verkaufen, wenn sich Erholung ankündigt.

Die US-Notenbank hatte vergangene Woche angekündigt, bei einer weiterhin guten Konjunkturentwicklung noch im laufenden Jahr zu beginnen, aus dem milliardenschweren Anleihekaufprogramm auszusteigen.

Dies hatte zu massiven Kursbewegungen an den Finanzmärkten geführt und auch den Goldpreis stark belastet. Wie das Wall Street Journal analysiert, bricht außerdem die Nachfrage in Indien und China weg, den beiden größten Abnehmern für Gold. Indien erließ Importbeschränkungen für Gold, in Chinas Finanzmarkt fehlt derzeit Geld.

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