Finanzbranche 41 Millionen im Jahr

Banker in London haben 2017 am meisten verdient. Aber auch in Frankfurt gab es deutlich mehr Einkommens-Millionäre.

Von Meike Schreiber, Frankfurt

Wie war das noch? Das Bankgeschäft ist eine darbende Branche, die unter den Niedrigzinsen leidet, und in der man angesichts strenger Regulierung nicht viel zu melden hat? Der alljährliche Großverdiener-Report der Europäischen Bankenbehörde EBA zeichnet mal wieder ein anderes Bild. Zwar ist der Bericht anonymisiert, außerdem sind die Daten immer etwas alt, in diesem Fall von 2017. Er gibt aber stets einen interessanten Einblick in die Gepflogenheiten der Branche.

Europaweit zählte die Behörde für 2017 exakt 4859 Finanzmanager, die mehr als eine Million Euro im Jahr verdienten - ein Plus von 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wie immer kassierten vor allem die Banker in Großbritannien ab. Dort verdiente der teuerste Geldmanager sagenhafte 40,917 Millionen Euro, wovon er oder sie 38 Millionen Euro als Bonus bekam. Insgesamt waren enorme 73 Prozent aller Einkommensmillionäre unter den Bankern in Großbritannien angesiedelt.

In Deutschlands Banken ging es nicht ganz so wild zu; aber auch hier musste offenbar niemand darben. So nahm die Zahl der Einkommensmillionäre um 54 Prozent auf 390 zu. Das lag wahrscheinlich daran, dass die Deutsche Bank 2016 die Boni weitgehend hatte ausfallen lassen, im darauffolgenden Jahr aber wieder zahlte. Die meisten Einkommensmillionäre arbeiteten in Deutschland demnach im Management (208) und Investmentbanking (107). Stolze 21 waren aber auch im eigentlich margenschwachen Privatkundengeschäft tätig sowie 20 im Fondsgeschäft. Der bestbezahlte Banker in Deutschland ging 2017 mit 8,7 Millionen Euro nach Hause, wovon er 3,8 Millionen Euro als Fixgehalt und 4,9 Millionen Euro als Bonus erhielt. Wer dahinter steckt? Unklar. Ein Deutsch-Banker kann es nicht gewesen sein. Wie aus dem Vergütungsbericht des Geldhauses hervorgeht, verdiente dort 2017 konzernweit niemand mehr als acht Millionen Euro.