Geldpolitik:Strafzins verschärft: EZB will Banken zwingen, mehr Kredite zu vergeben

Die Europäische Zentralbank hat auch ihren Strafzins für Banken verschärft. Den müssen die Institute zahlen, wenn sie überschüssiges Geld bei der EZB parken. Der sogenannte Einlagensatz sei von bislang minus 0,2 Prozent auf minus 0,3 Prozent gesetzt worden, teilte die EZB mit.

Was soll der Strafzins für die Banken bewirken?

Auch Banken haben ein Girokonto. Das liegt bei der EZB. Dorthin überweisen die Institute all das Geld, das sie nicht verliehen oder investiert haben. Auf diese Einlagen müssen die Banken mittlerweile Strafzins bezahlen, so entstehen ihnen Kosten. Die EZB möchte erreichen, dass die Institute keine Überschüsse ansammeln, sondern all ihr Geld verleihen. Die Kreditvergabe soll die Wirtschaft ankurbeln.

Gibt es Erfahrungen mit dem Strafzins?

In Dänemark, der Schweiz und Schweden ist der Einlagenzins ebenfalls negativ. Es gibt Indizien, dass Banken vereinzelt den Strafzins auf ihr Kreditgeschäft umgelegt haben. Das bedeutet: Kredite an Verbraucher und Unternehmen könnten teurer werden - was die Maßnahme konterkarieren würde. Es gibt aber auch den umgekehrten Fall. So haben dänische Banken Kredite mit Negativzins vergeben. Der Kunde leiht sich beispielsweise 10 000 Euro, muss aber nur 9990 Euro zurückzahlen.

Sind Privatsparer betroffen?

Banken können ihre Kosten also auf ihre Kunden umwälzen. Mit dem höheren Strafzins steigen die Kosten. Noch schrecken die hiesigen Banken aber davor zurück, private Spareinlagen mit Strafzinsen zu belegen. Doch haben viele Institute ihre Gebühren für Dienstleistungen erhöht. Die Kunden bezahlen also mit.

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