E-Autos:Tesla macht erstmals Milliardengewinn

FILE PHOTO: FILE PHOTO: Auto Shanghai show in Shanghai

Gefragt: Besucher begutachten auf der Shanghai Motor Show im April eines der E-Autos von Tesla.

(Foto: Aly Song/Reuters)

Das Ergebnis treiben vor allem Autoverkäufe - und nicht mehr CO₂-Zertifikate.

Von Christina Kunkel

Mit spektakulären Ankündigungen und teuren Neuentwicklungen treibt Tesla seit längerem die traditionellen Autobauer vor sich her - doch schwang auch immer die Skepsis mit, ob es Elon Musk gelingen wird, ein ähnlich profitables Unternehmen aufzubauen wie die etablierten Hersteller. Mit den Zahlen des zweiten Quartals, die Tesla am Montag nach US-Börsenschluss veröffentlichte, zeigt sich, dass der Elektroauto-Pionier jetzt auch im seinem Kerngeschäft richtig viel Geld verdient.

Tesla gab einen Umsatz von knapp zwölf Milliarden Dollar bekannt, etwa doppelt soviel wie im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn nach US-Bilanzierungsregeln lag bei gut 1,1 Milliarden Dollar. Mit einer Gewinnmarge von elf Prozent spielt der US-Konzern damit erstmals in der gleichen Liga wie etwa VW und Daimler.

Zum ersten Mal seit 2019 war Tesla für seinen Rekordgewinn auch nicht mehr vom Verkauf von CO₂-Zertifikaten an andere Autobauer abhängig. Den Ausschlag gab vielmehr, dass man mit 200 000 Fahrzeugen mehr als doppelt so viele Autos auslieferte wie ein Jahr zuvor. Dabei ließ sich der US-Konzern vom weltweiten Chipmangel und Engpässen bei den Rohstoffen nicht bremsen. "Tesla hat mit seinen Zahlen beeindruckt, da der Großteil der Einnahmen aus Fahrzeugverkäufen stammt", sagte Jesse Cohen, Senior Analyst von Investing.com. Laut Frank Schwope von der Nord LB könnten auch Sondereffekte eine Rolle gespielt haben, weshalb er vor zu großer Euphorie warnt. Tesla als weltweit wertvollster Autobauer wird schon länger an der Börse gefeiert, dabei bewerten Investoren das Unternehmen mehr wie einen Technologiekonzern und nicht wie einen Autohersteller.

Am Dienstag fielen die Tesla-Aktien in New York um 1,8 Prozent.

Angesichts der weltweiten Rekordnachfrage werde die Versorgung mit Bauteilen inzwischen schwieriger, erklärte Tesla. Dies werde das Wachstum bei den Auslieferungen im restlichen Jahr beeinflussen. Man liege aber im Plan, um in diesem Jahr den Elektro-SUV Model Y in Grünheide bei Berlin und im US-Bundesstaat Texas zu fertigen. Allerdings verschob Tesla die Auslieferung des Elektro-Sattelzugs Semi Truck auf 2022, um sich besser auf diese Fabriken konzentrieren zu können, wie es hieß.

Auch Teslas Bitcoin-Engagement, mit dem Musk den Kryptomarkt seit Februar aufmischt, entwickelte sich angesichts der starken Kursverluste der Währung nicht mehr so erfolgreich wie im Vorquartal. Nachdem die ursprünglich 1,5 Milliarden Dollar schwere Investition in die bekannteste Cyberwährung im ersten Quartal noch einen Sondererlös von rund 100 Millionen Dollar brachte, musste der Konzern nun 23 Millionen Dollar auf die Bitcoin-Bestände abschreiben.

© SZ vom 28.07.2021
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