Deutsche Bank Pläne für Gratis-Konto verworfen

Eigentlich wollte die Deutsche Bank nach der Vereinigung mit der Postbank ein kostenloses Girokonto bringen. Inzwischen hat sie es sich anders überlegt.

Von Meike Schreiber, Frankfurt

Die Deutsche Bank hat ihre Pläne aufgegeben, im Zuge der Fusion mit der Postbank ein digitales und zugleich kostenloses Girokonto an den Start zu bringen. Nach SZ-Informationen ist man inzwischen offenbar der Überzeugung, dass in Deutschland keine weitere Direktbank gebraucht werde. Im Herbst 2017 hatte das Geldhaus verkündet, man wolle spätestens Ende 2018 und nach dem Zusammenschluss mit der Postbank eine Digitalbank starten, "in deren Zentrum ein kostenfreies Girokonto" stehen solle.

Am Montag teilte das Frankfurter Geldhaus nun mit, die Fusion ihrer Privat- und Firmenkundenabteilung mit der Bonner Postbank sei wie geplant abgeschlossen. Von der geplanten Direktbank war dabei jedoch keine Rede mehr, lediglich von einer "digitalen Plattform", die um neue Angebote erweitert werde, "die über das klassische Bankgeschäft hinausgehen".

Die Entscheidung, die Digitalbank abzublasen, reiht sich ein in eine Kette unzähliger Strategieschwenks bei Deutschlands größtem Geldhaus. Anfang 2015 hatte der damalige Vorstand Henry Ritchotte eine Direktbank angekündigt, die jedoch nie umgesetzt wurde. Bereits auf die Jahrtausendwende geht der Versuch zurück, mit der "Deutsche Bank 24" neue Kundengruppen zu erschließen. Auch dieses Vorhaben wurde frühzeitig - viele sagen, allzu frühzeitig - wieder aufgegeben.

Die Integration der Postbank ist Kern der neuen Strategie des Geldhauses. Die Bank will dadurch unter anderem Kosten sparen: Bis spätestens 2022 sollen die Synergien schrittweise auf jährlich mindestens 900 Millionen Euro steigen.