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Neue Führung:Diese Personalie zeigt, wie tief die Commerzbank gesunken ist

Commerzbank-Aktien nur noch etwas mehr als einen Euro wert

Manfred Knof, Manager der Deutschen Bank, soll's jetzt bei der Commerzbank richten.

(Foto: dapd)

Ein Manager der Deutschen Bank soll das Chaos bei der Commerzbank beenden. Doch die Wahl des neuen Chefs überzeugt nicht.

Kommentar von Meike Schreiber

Offenbar wollte die Bundesregierung unbedingt einen Chef von außen für eine ihrer wichtigsten Beteiligungen: die Commerzbank. Von Januar an soll Manfred Knof, ein Spartenchef der Deutschen Bank, der zuvor jahrzehntelang als Versicherungsmanager tätig war, die zweitgrößte deutsche Privatbank führen. Es ging darum, das Führungschaos schnell zu beenden, das im Juli nach dem plötzlichen Rücktritt von Vorstandschef und Aufsichtsratschef entstanden war.

Es ist jedoch bedenklich, dass der Bund als wichtigster Eigentümer und der neue Aufsichtsratschef Hans-Jörg Vetter nur einen Manager aus der zweiten Reihe der Deutschen Bank mobilisieren konnten, der zudem nicht gerade den Ruf hat, ein inspirierender Manager zu sein. Das zeigt, wie tief die Commerzbank gesunken ist, offenbar haben alle andere Kandidaten abgesagt. Bedenklich ist die Entscheidung aber auch deswegen, weil es in der Bank zwei Kandidaten gab, die in der Lage gewesen wären, die Führung zu übernehmen. Welche Konsequenzen sie nun ziehen, wird man sehen.

Der Bund, aber auch der US-Fonds Cerberus, der das alte Management kritisiert hatte, haben sich verrannt in ihrem richtigen Ansinnen, die Bank auf Trab zu bringen. Sie haben das Chaos in Kauf genommen, ohne sich genug Gedanken um Plan B zu machen.

© SZ vom 28.09.2020

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