China will seinen heimischen Markt für deutsche Banken und Versicherungen öffnen. Das ist das Ergebnis eines Besuches des Bundesfinanzministers Olaf Scholz in Peking. Demnach sollen die Hürden für deutsche Finanzinstitute, in China Geschäfte zu machen, deutlich abgebaut werden. Scholz will auf diese Weise im Zuge des Austritts Großbritanniens aus der EU Frankfurt als internationalen Finanz-Handelsplatz stärken. "Deutsche Banken sind hier willkommen", sagte Chinas Vizepremier Liu He.
Im Gegenzug soll auch Deutschland die Hürden für chinesische Banken abbauen. Liu He und Scholz unterzeichneten bei ihrem Treffen drei Abkommen: eines für eine Kooperation der Bankenaufsichten beider Staaten, eines für mehr Zusammenarbeit beim Wertpapierhandel und eines für eine stärkere Kooperation der Zentralbanken. Deutschland und China sollten Vorbild sein für eine Zusammenarbeit, die beidseitig Gewinn bringe, so Liu He.
Derzeit sind rund 5200 deutsche Unternehmen in China tätig, Finanzinstitute sind bisher kaum darunter. Der Finanzmarkt ist fest in staatlicher Hand, es gibt lediglich eine Handvoll ausländischer Banken. In China tätige Unternehmen kritisieren aber, dass es schwierig sei, Kredite zu bekommen. Für Außenstehende ist die Kreditvergabe sowie die Finanzierung von großen Investitionen bisher nicht transparent.
Scholz trifft in Peking auch deshalb auf offene Gesprächspartner, weil der Welthandel an Dynamik verloren hat. Das gefährdet auch die von der Parteiführung festgelegten Wachstumsziele. Der von US-Präsident Donald Trump ausgelöste Handelskrieg hat die Wirtschaft stärker als erwartet getroffen. Auch in Deutschland schwächt sich die Konjunktur ab. Beide Länder wollen nun mit denen kooperieren, die sich trotz Trump zum multilateralen Handel bekennen.