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Britische Großbank:Barclays schmeißt 12 000 Leute raus und erhöht Boni

Tausende Barclays-Mitarbeiter müssen gehen, das sind fast zehn Prozent der Mitarbeiter. Gleichzeitig schüttet die britische Bank mehr Boni aus. Das lässt den Gehaltsverzicht des Chefs in anderem Licht erscheinen

Vergangene Woche verbreitete Barclays gute Laune: Anthony Jenkins, Chef der britischen Bank, verzichtete öffentlichkeitswirksam auf seinen Bonus. Jetzt kommt die Katastrophenmeldung: Barclays streicht massiv Stellen. Insgesamt sollen in diesem Jahr 10 000 bis 12 000 Jobs wegfallen, erklärte die britische Großbank (Jahreszahlen als PDF).

Allein auf dem britischen Heimatmarkt sind 7000 Mitarbeiter betroffen - etwa die Hälfte davon sei bereits informiert worden. Insgesamt beschäftigte die Bank Ende Dezember knapp 140 000 Menschen. Ob auch Banker des Geldhauses in Frankfurt betroffen sind, ist unklar. Barclays gibt in Deutschland Kreditkarten heraus, betreibt Vermögensverwaltung und Investmentbanking.

Grund sind auch sinkende Profiten: Der Vorsteuergewinn des Konzerns sank 2013 um fast ein Drittel auf 5,17 Milliarden Pfund (6,2 Milliarden Euro). Im letzten Quartal des Jahres sank der Vorsteuergewinn gar um mehr als 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. grund sind hunderte Millionen Pfund, die das Unternehmen als Strafe für Marktmanipulationen zahlen muss.

Auch wenn Jenkins verzichtet: Gleichzeitig mit den Stellenstreichungen gab die Bank bekannt, die Boni für die Angestellten im Investmentbanking kräftig erhöht zu haben. Barclays schüttete im vergangenen Jahr Gehaltszuschläge in Höhe von 2,4 Milliarden Pfund (2,9 Milliarden Euro) aus.

Die Zulagen im Geschäftsbereich Investmentbanking stiegen um 13 Prozent auf 1,57 Milliarden Pfund, der Gewinn der Sparte kletterte zugleich um 37 Prozent auf 2,5 Milliarden Pfund sank.

© SZ.de/Reuters/bbr/jab

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